Mon Frere!

Mein letztes war vom 15 ten hujus, und heute schicke eine Continuation meiner questionam das -*-nstitutum medicum betrf. wozu die Antworten zu setzen, und selbige mir zurückzuschicken bitte.

Mach dem von Rathswegen affizirten letzten Edict de 14 Junii sollen alle Mieth- und Arbeitslöhne um 1/6 verringert werden, und die sol­ches nicht thun, sowohl Zahler als ^mpfänger, gestraft seyn, Ein Narren-Edict! Denn wer will mir wehren gutes zu thun und meinem ^esinde noch einmal so viel zu geben als zuvor? Wenn man aber sagt, weil alles^ verringert werden soll, so mu^ die Schatzung und Abge­ben, auch die große S&äariare der ^athsherren, die wahrlich manche nicht verdienen, um 1/6 verringern. Das will aber denen großen Fer­ren nicht schmecken; und ich wünsche ihnen pro communi bono e&A8t%*4 ieh, bis ein mehres dazu kommt, eine Vermehrung am Verstand um 1/6, dessen sie wahrhaftig bedürften. Die Nürnberger Hosen sind uns hier zu enge!

Ich habe im Durchblättern von Herrn von Mosers Deutschem Natio- nal-Geist gefunden, daß der dem Publico so vorteilhaften Corres­pondenzen zwischen Herrn von Münchhausen und Mon Frere nur mit denen literis initialibus nominum honorific<§ gedacht ist. Er hat übrigens nicht gespafj^, was/antastens werth war.

Vale cum famlia et fave

I.

Ff den 18 ten Junii 1765

*- Hiebey ein Schreiben von Rerrn von Ohlenschlager.