Anno 1754. Freytags , dm 25. Januar. No. 14.

In Franckfürt am Mayn.

Wien, den r 6 . Januar.

Kayserlich- Königliche wirkliche Nie. der» O.sterreichische Repräftutations- und Cammer - Ruh, Hr. v. Schwach» heim, equ ipiret sich demnächst als Resi­dent nach Constautinopel abzugehen, und alldortm den schon einige Jahre gestandenen Kayserlich- Königlichen Minister, Herrn Baron von Denkler, adzuwechslen.

Prmrla« in Pommern, den r 4 .Deeembr.

Aus dem Closter Oliva, bey Danzig, sind den Listen dieses 4.falsche Geld-Münzer auf r.Kar­ren wohl geschloffen, mit 6. Reutern begleitet, ge­fänglich hier eingebracht, «ÜV zu denen gesetzt wor­den, welche schon seit 7. Wochen hier im Arrest si­tzen. Diese 4. sind zugleich Mörder und Räu­ber, welche das Land auf den Gränzen in Polen und Schlesien lange Zeit verwüstet, ohne daß man ihnen hat deykommen können. In Schlesien ha­ben dieselbe mit »o. hier gefangen-sitzenden Gau­dieben, und ihren 1 Weibern sichvereinbarek^und also eure Bande von 14. bis i£. Personen ausge­macht. In dem Closter Oliva sind die 4. letzthin - hieher gebrachte, durch eine gerechte Schickung, wie sie es selbst bekennen, in Arrest gebracht wor­den, und werden nach dem Weyhnachls - Fest mit den andern , den Lohn ihrer wohl verdienten Thaten erhalten. Man hoffet, ans denen 4. letzt.» gebrachten Falsch-Münzern, mehr Geständniß heraus zu bringen , als von denen, welche allbe- reits in Verhaft sitzen; diese sind bekanntlich r. Wochen hinter Cracau schon wirklich ans Tod und Leben gefangen gesessen, ehe ste das setzte mal sich

der Banden losgemacht haben. Zweykens weiß man, daß einer aus ihnen, messe ailhier sind in dieGefängmß geführet worden, seine Cameraden gebeten, sie sotten den tollen Stephan grüffen, und ihme anzeigerr, daß er wie sie, den Umstand erkennen möge, daß er sich zum Sterben anschicken müsse. Unter dem tollen Stephan wird verstan­den, em alter Gaudieb, von 78. Jahren, welcher hier in einem gleichen Gefangniß sitzt, und deu allen nächtlichen Einbrüchen gewesen ist, der sich in guten Tagen mehr dann einmal prognostlcirt hat, daß er seine alten Tagen mit Ehren in kurzem durch des Henkers Hände beschlieffen werde. Der Ausgang auS der Kirche im Closter zu Oliva, ist diesen rauhen Put schen, ein bedenklicher umstand, in Puncto des Todes. Aus derStadt Danzig sind sie in dieses Closter gekommen, und nachdem sie des Morgens ihre Weyd - Säcke, der Gewohnheit nach, mit Proviant, als Bier, Wein, Brod und kaltem Braten wohl geladen, und unter die vier Mann ausgetheilet, so sie tragen sotten, führte sie der Weg ausser dem Closter zu emerKirche, wo eben die Messe gelesen worden. Sie resolvirkcn sich in diese auf eine halbe Stunde hinein zu gehen, wo sie aber nach verrichteter Messe ihren Weg wei­ters sortzusetzen vermeinten, wurden sie unver- muthet von einigen Polnischen Reutern angehal­ten, und nach einem abgeholten Schein von der Landes «Obrigkeit, sie als falsche Münzer an die Pommerische Grämen, und so weiter, nach Prem­lau geliefert.

Stralsund, den 4. Jan.

Der bekannte Kaufmann, Hyßing, der vor ei-