AWAchdeme, bey gegenwärtiger rn hiesiger Nach­barschafft sich geäufferter Vieh-Seuche, Ein Hoch- Edler und Hochweiser Rath,von denen Herren Phyfitis '- JW ihrgutächtlichesBedencken,was davor, so wohl, prafer- vative dB curative ju brauchenwäre,erfordert, und dann solches wie nachstehet, erfolget ist, so hat man vornöthig erachtet, solches zu je- dermannigltchen, besonders aber des Landmanns Behuffund nützli­chem Gebrauch, durch gegenwärtiges im Druck bekandt zu machen

Prafervative wäre zu beobachten:

(1) Daß das Vieh,wo es die Gelegenheit des Orts, mithin die Möglichkeit gestattet, in dieWalder zurWayde getrieben wer­de, allwo das Erdreich truckener ist, und gesunde Krauter wachsen inmaffen man solches der Zeit vor besser als auf das freye Land und etwa sumpfigte Wiesen erachtet;

(2) Wird dienlich seyn, das gesunde Vieh wann der Tag neblich ist, nicht vor Mittags-Zeit, aus die Wayde zu treiben, son­dern im Stall zu lassen, auch muß der Trieb so geschehen, daß er nicht nahe an den Ort, wo crepirtes Vieh eingescharret ist, erfolge.

(o) D-y devTinschEuns selbst ist ;u beobachten, daß solche tief m die Erde und mit Erofnung des Leibes auch Bewegung un­gelöschten Kalckes geschehe, sodann kann

(4) Dem gesunden Vieh täglich zweymahlen ein Futter von Donner-Reben, Ottermennig, Körfel, Schaaf-Garben, Zünff- finger-Kraut oder Tormentill, nebst gestoffenen Wachholder-Kör- nern unter einander vermenget, zu einer Hand voll gegebenund bey weiterer Sorge, das hiernechst bemerckte Pulver, oder an dessen Stelle, der Mithridat gebrauchet werden.

(5) Wird vor räthlich erachtet, daß, so balden man ver- mercket, daß ein Stück Vieh von der Kranckheit angegriffen wird, solches wo möglich allein gestellet, weniger nicht die Stäl­le sauber gehalten, und täglich mit Wachholder-Holtz oder der­gleichen Beeren wohl ausgeräuchert werden.