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men kan. Die Ohnmacht der Matur ist bey uns die attertieffste Obnmacht, wobey aller fre^e Wille zum Guten gantzlich erstorben ist. Aus diesem Grunde haben wir keine Gemeinschafft mit allem, was pelagiamjm ist, und die Kraffte der Natur oder der Vernunfft erhebet. Wir sind Davon so weit entfernet, als der Geist von dem Fleisch. Der Heil. Geist muß nach unserer Mey- nung allen Willen würcken, Philip.-, 13. Und wenn nun das Wollen und Verlangen da ist, so muß zu demselben annoch die fruchtbare Gnade kommen , welche den Menschen auf eine mächtige und gantzlich hinweg rückende Weise ergreiffet.
Mit gutem Vorbedacht erklären wir uns so kurtz über den Punet von Der Gnade; denn wir wollen uns dieserhalb in keine Zanckereyen, wodurch Die Christen so elendiglich zertheilet worden, ein» lassen, indem man sich nur damit aufhält, und mittler Weile das ernstliche Suchen der Gnade GOttes in Ji£fu Lhnsis versäumet. Wir erkennen hiebey viele Tiefsten der Erkänntniß, deren Entdeckung wir der unergründlichen WeißheiL GOttes anbefehlen, wsbey wir diese lieber mit Ehrerbietung anfiehen , als nacharübeln wollen. In unserer Gemeine leitet man die Seelen also, daß sie die Gnade eiferig suchen mögen, bis man deren Krafft an sich verspüret. Wir sind auch der Meynung, daß es unter den ersten Christlichen Gemeinen nicht anders gehalten worden, maffen selbige von den Streitigkeiten, so nachmals unter den Christen entstanden / gar nichts gewust, in
welcher