V? ( 9 ) AK

endlich gar so weit in das Aeufferliche v§r- ßelen , daß sie das Innerliche schier dar­über vergaßen, und den rechten Tempel, darin GOtt im Geist und in der Wahr­heit will angebetet seyn, in ihrem Hertzen nicht mehr fanden. Da nun, seit *. bis z 00. Jahren her, die Gnade des HErrn, vielen Landern in der Christenheit diese Lehre des innern Gottesdienstes wiederum etwas bekandter gemacht, so verfallen ei­nige gar auf die Gedancken , als ob man deßwegen den aufferlichen Gottesdienst wohl entbehren , und sich also, ohne Ge­fahr und Verantwortung , davon abzie- hen konte. Dieses aber ist ein schädlicher Jrrthum, weil die Nothwendigkeit und der Nutzen des öffentlichen Gottesdienstes klar vor Augen lieget.

i. Dienet derselbe zur aUgemeinen m. Unterweisung, ohne welche sonsten dieHatftmen meiste Menschen wenig oder gar keine Be, ^An­griffe in geistlichen Dingen bekommen wür, *

den ; gestalten die wenigsten Haußhaltun, ' i. gen so beschaffen sind, daß darinnen vielInderall- auf eine dergleichen Erkentnüs solte getrie, gemeinen ben werden. Erwecket der öffent- umerwel- iiche Gdttesdienst be^ guten Gemü- " thern immer mehr und mehr An-Erwecket dache; zumahl, wann in denen Kirchen zur An­erbauliche geistreiche Reden, von einem dacht rechtschaffenen frommen Prediger gehöret, und dabey schöne liebliche Lieder gesungen A 5 und