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neigter Leser!
»S befindet sich mit Hochs-Obrigkeitlicher Bewilligung allhier, in der Kayferl. Frepev« Reichs-Wahl-und Handels-Stadt Francksurth am Mayn, schon einige Jahre seß- und wohnhafft, der von Ihro Röm. Kayferl. Königl. und Cathol,schen Majestät über Dero gantzes Kayserthum und sämmtliche Erblande allergnädigst xrivileßirke, sodann Hoch» Fürstl. Braunschweig » Wolffenbüttlische , auch Würtemberglsch - gnd Baaden» Baadische Mund-und Zahn Operscaur, Johann Ehrenreich.
Derselbe hat vor höchst-nöthig und nützlich, auch seine Schuldigkeit zu scyn erachtet, jedermann, zur Abwendung vieles Ungemachs, seine Geschicklichkeit, in de; Wissenschafft der Zähne, bekannt zu machen, welche er theilS von fernem verstorbenen Vater (der in der Churfürstl. Pfältzischen Refidenz- Stadt Mannheim gewöhnet, und vielen Ruhm von seiner Kunst Hinterlasten,) theilS auch durch ei» gene lange Uebung und vielen Fleiß erlernet. Wie aus nachfolgendem in möglichster Kürtze zu ersehen. .
Die vielfältige Erfahrung lehret , daß Kinder von den ersteren Jahren an, biß auf daszwülffte oder fünffzehende,mit mancherley Ungelegenheiten der Zähne beschwehrer sind. Besonders, wenn di« erste Zähne, wie gewöhnlich, weg- und andere an deren Stelle wachsen sollen. Wobey öffters grosse Schmertzen, Geschwülsten, Mund-Fäule, 8aordur, und aus diesen herrührende Geschwühre und schädliche Fisteln entstehen. Wird es nun hiebey versehen , daß man nehmlich nicht fleißig darnach stehet, und die wacklende und faule Zahne bald ausnimmt , so geschiehet offtmahls, daß man genöthi» gek wird, an statt eines Zahns, etliche, nebst vielen Stücken, der von scharffen iVIawrio angefressnen Kinnlade, auszunehmen. Wann man anderst die übrige annoch gesunde nicht gäntzlich verderben lassen will. Welches alles zuweilen eine grössere Vorsichtigkeit der Aeltern und anderer Vorgesetzten wohl verhindern könte. Offt geschiehet, daß , da die erstere Zähne faul und hohl, auch die nachfolgende, gleichsam noch ehe sie hervor kommen, schon höckericht und angefreffen sind , bißweilen , wenn die er» stere Zahne wacklen, und man sie nicht alsobald auö dem Wege räumet , wachsen die andere über denselben inn-oder auswärts heraus; welches dann die schönste Gesichter schon in der Jugend, und manchesmal biß in das Alter verstellet.
Erwachsene Personen haben ebenfalls Urfach, auf die Reinlichkeit des Mundes und der Zahne (als worinn ohnstreitig ein grosser Theil der Leibes-Zierde bestehet) bedacht zu seyn; dahingegen die Unreinig» keit derselben, (anderer Beschwehrlichkeiten zu geschweige«,) össterö einen so üblen Geruch verursachet, den nicht jedes vertragen kan, und weßwegen allein man gar offt die Gegenwart einer solchen Person zu fliehen gemüßiget ist. Durch den Verlust derZähne wird die Sprache selbst gehemmet» welche doch ein in der menschlichen Gesellschafft so nöthiges Stucke, daß auch deren Deutlichkeit bey gewissen Aemtern gantz unentbehrlich ist. Da auch noch über dieses, wenn die Speisen, wegen Mangel der Zähne, nicht wohl gekaut werden, die Däuung um ein ziemliches schwerer von statten gehet »woraus dann viele üble Folgerungen entstehen, welche meistens bekannt sind, und zu erzehlen die Kürtze des Raums nicht julässet.
Obgemelder Zahn- Operateur weiß
i. Die schwartz brandige, wie auch mit vielem Weinstein offtmals gantz überwachsene Zähne, (von welcher Unreinigkeit dieselbe zum öfftern faul , hohl und schmertzhafft, das Zahnfleisch nach und nach weggefreffeo und blutend, ja die Zähne wohl gar wacklend, und vor der Zeit ausfallend gemacht werden) von aussen und innen mit besonders geschicktem Handgriff und fubtilen Instrumenten ohne Schmertzen zu säubern und reinigen. Alle gefährliche und schädliche Corroßva werden überhaupt verworf» fen r weilen dadurch die Zähne zwar schnell weiß, in wenig Wochen aber wieder heßticher als zuvor, und inkurtzer Zeit gäntz lich verderbet werden.
». Nimmt er die hohle und abgefaulte Zahne und Stumpen, die zuweilen dem Zahn-Fleisch