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Die Arriculi Probatoriales, welche Er über diese falsche Beschuldigung gemacht, thun also nichts zur Sache, vielweniger ist daraus ein Beweist zu nehmen, und zwar eben so wenig-als daß die vom Hrm Hoftath Senckenberg bestochene Soldaten Frau Wagnerin ausgesagt haben solle: Sie hatte dein Schreiber Bredekaw öffters bey spater Abend-Zeit aus der Köchin Cammer gehen sehen.

Quoad §. 9. Thut gar nichts zur Sache, daß Hr. Hoftath Senckenberg sich NM eine andere Kö­chin umgesehen; Dann da die Agricola Ihre Schwangerschafft nicht mehr bergen könnte, mußte Er es wohl thun. 1

1 Quoaci §. 10. D ie Narren-Poßen mit dem l-aqua>en Burgmann und der Agricola Bruder, wel­che diese beede aufder Straße mit einander gehabt, und daß letzterer mit dem Degen hinter Ihme her ge'- kvatzet, soll ein Afläflinium heißen; Da doch der Prorocolium hierüber abgehörte Burgmann selb­stengestehet: Cr habe nicht einmahl darüber geklagt, und es habe gar nichts zu bedeuten gehabt; Mit­hin ist dieses krarrenium Afläffirtium ein elendes Hirn-Gespinst, und wellen also es eine bloße Senckenbergi- fche Lbimsixe gewesen, so ist auch der Agricola Bruder sogleich loßgelaffen worden.

(Quoaci z. i r. Klagt Hr. Hoftath Senckenberg: Er sepe schon vorhero mit vielem Leidwesen-in an-

dern Sache inne worden, wie schlecht die Franckfurtische Criminal- juftiz beschaffen seye; Und in ^80.^ erfrechet Er sich gar zu schreiben: Es waren im gantzen Hochedlen Magistrat keine 4. Personen, welche den Criminal-Procefs verstünden. Hier möchte man warlich wie jene f. V. Pferdts -Feigen unter denen Aepffeln sagen: kgospoma natamus. Wo hat Er sein lebtag einen Criminal-Procefs geführet, oder einen rnquillcin aufLeib und Leben dekendiret? Und darf seineWeißheit so trefflich rühmen. DerAracbCap.v. halt wenig von denen Leuten, die sich düncken weise zu seyn, sondern setzet sie unter das Register der Folie.

Daß Er vorgiebt: Er habe aus Furcht vor der Agricola Banditen -Gemüths: Sie mögte Ih­me mit Gisst vergeben, einige Zeit aus seinem Hause gespeifet, das sind Traumereyen, sondern^ weil Er täglich sähe, daß der Agricola Schwangerschafft zunahme, so sucht Er sein Gemüthe in Gasthäusern zu äiverriren, damit Ihme die Angst etwas vom Hertzen kommen mögte.

DenHrn. Rittmeister Busch ziehet Er deßfalls höchst ablurä an, weil derselbe bezeugen solle: Hr. Hoftath Senckenberg hätte Ihme vorgeschwätzet: Er fürchte sich, die Agricola mögte Ihme mit Gisst vergeben ;

Was kan nun dieses beweisen? Und wann Er dergleichen zu befürchten oder zu besorgen ge­habt, warum hat Er sie dann nicht abgeschafft? Wohl aber ist dem Hrn. Rittmeister Busch, wie auch seinem Hauß-Keller und gantzemHaußdie artige Nacht-Lommcdie , wobey ein gewisser Läufer gewesen, bekannt, wie der Hr. Hoftath den 16. diovembr. 1747. Nachts sich bey Ihme dergestalt betruncken, daß Er von seinen Sinnen nichts gewußt, und allerley Poßen paßiret wären, wenn Hr. Rittmeister Busch nicht dazu gekommen.

tzuoaä §.12. Ist eine Senckenbergische gewöhnliche Calumnie: Ob hatte der Laquay Grafe Ihr der Agricola Wein aus dem Keller gebracht; und da dieser Kerl hierinnen proxriam lurxikudinem in ^raejuäiciam rettlL bekennet : So mericiret Er deßfalls keinen Glauben :

l.. rvlercatem ; Cöd. decondidu ob curp» cau(am.

Daß hiebey angezogene der Agricola zugestoßene Brechen und Würgen kam von der kleinen Sencken- bergin; Und weil dadurch die Schwangerschafft vor allen im Hause bekannt wäre, so wolte die Agricola selbst nicht langer im Haufe bleiben, und daß sie also fortginge, deßfalls wäre niemand froher als Hr. Senckenberg; Wiewohl Er Ihr noch in der Nacht vor Ihrem Abzug versprochen: Er wolle sie nicht ver­lassen; welches allerdings eine Ehe-Versprechung invoiviret, wie in der vetercklons. Schafft rechtlich ausgeführet werden solle.

Quoad §. 1 f. Hat Er den Schreiber Bredekav? deßfals aus dem Hauß geschafft, weil derselbe nicht so dumm seyn-und sich zum Vatter angeben-und ehe die Abfindung geschehen wäre, mit der Agricola sich picht copuliren lassen wollen;

Daß nun Bredekaw zuweilen zu der Agricola gegangen, als sie aus dem Hause gewesen, auch picht weit von Ihr gewohnt, deßfalls ist nichts böses erwiesen ; und das befteyet den Hrn. Senckenberg von dem 8mpro Vjolemo und der Schwängerung gar nicht; Und das Geschrey, daß Bredelra^ die Agri- coia heyrathen würde, hat ja Hr. Senckenberg selbst veranlasset, weil Er Ihr ein Stück Geld durch Hrn. Bürgermeister Moors bieten lassen, wenn sie twßredekaw heyrathen-und dieser sich zum Vatter des Kindes angeben wurde.

Was will nun Hr. Senckenberg von diesem Geschrey zu seinem Faveur anziehen; Das zeiget wahrlich feinen Rechtsgelährten; Lumpen-Volckkan Er sie beyde nicht nennen; Dann wer sich mit ei­nem zu verschwägern gedencker, der wird ja keinen Lump suchen; So kan auch dem Bredtkaw nichts bö­ses nachgesaget werden. Daß sie Agricola aber

quoad §. 14. nicht jedermann gesagt, wo sie wohnete, das hat sie aus Schaam gethan, damit sie kei­nen Überlaufbekäme, und Hr. Senckenberg und sie nicyt mehr proNiruiret würden; Daß aber auch die Agricola, als die Soldaten Frau Wagnerin auf die Senckenbergische Bestechungen, ihr Zeugnüß der Wahrheit über die Nothzucht und deren Umständen nachgehends versagen wollen/Ihr zu verstehen gege­ben, man fentc sie im Römer hierzu schon nöthigen; Das ist nichts Unrechtes gewesen;

Bey dieser Package kan Hr. Senckenberg auch seine Lästerungen wieder hiesig Hochedlen und hochweisen Magistrat wiederum nicht lassen, wenn Er so frech dahin schreibet: Des ätternHrn. Bürger­meisters Excelie nz regierten den gantzen Rath nach Dero .c.... <7«..