Anno 1751. Dienstags, den 19, Januar. No. 12.
" JOURNALS-ANHANG.
In Franckfurt am May«.
Wien, den io. Innuar- N dem vergangenen 1750. Jahrs, sind Ä sowohl in hiesiger Stadt als auch in de- T-siR) nen Vor - Städten 5154. Menschen gestorben, und ssoz. geböhren worden. Nach genauer Zusammen Rechnung, befindet sich, daß in dem verstrichnen halben Seculo, allhier 27--tausend 466. Menschen gestorben, hingegen »31 tausend 800. Personen geböhren worden.
Grodno, in Litthauen, den >5. Der.
Allhier ist das Beylager Sr. Hvchfürstlichcn Durchlaucht des Fürsten Iablsnvwsky, Ritters des goldenen Miesses ,/und Feld-Marschalls, mit der Durchlauchtigsten Fürstin Sapiezanka sehr prächtig gefeyert worden. Der Herr Vater hochgedachter Fürstin war der gewesene General der Litthamschen Artillerie, Fürst Sapieha: die Frau Mutter aber ist eine gcbohrne PrinreßinRa d- jifli! eine Schwester des jetzigen Groß - Feldhxrrn von Litthauen, wie auch des jetzigen Groß-Fähnrichs von Litthauen, welche beyde Fürsten von Radzivi« sind.
Petersburg, den 24. Decembr.
Nachdem der Hof die Nachricht durch einen Courier vom Tode des Marschalls Grafens von Sachsen erhalten, so sind auf diesen Bericht verschiedene Staats - Unterredungen gehalten worden. Am hiesigen Hose gehen alle Absichten dahin, die Handlung des Friedens und das Gleichgewicht in Europa zu erhalten. Unter der Anzahl unserer regulirten Trouppen, sind nicht die Bcsa- zung der Ukraine noch die in klein Rußland ein- regimentirte Cosacken begriffen, welche jederzeit ein Corpo von notausend Mann ausmachen. Was die Zahl der unregulirten Trouppen betrjst, so ist deren Anzahl nicmahls fest gesttzet, und hängt solche von den Umständen der Zeit ab, wenn man dieselbige nöthig hat. Hierzu kommt noch die ansehnliche Verstärkung, welche der berühmte Dvichur, Dmdo Kan vyi> Eum, und die Prin
zen von Cabardie vor einige Jahren »u den irre* gulirten Trouppen stoffen lassen, diese Nation ist allezeit zu dienen fertig, und sitzt mit Freuden zu Pferd, wann sie nur hierzu Befehl erhalten, sie braucht nicht mehr als 10. Tag, so ist besagte Nation in grosser Anzahl zum Marsch bey der Hand. Man muß hierbey wissen, daß diese Rußische un- regulirte Trouppen bey ihren alten Waffen geblieben, Und noch keine Veränderung darinnen vorgegangen, weil diese Waffen nach ihrem Nature! und Art zu kriegen eingerichtet sind.
Madrit, den ry. Decembr.
Den r,. dieses langte ein Courier aus Cadix an, welchen der Intendant von der Marine den 16 . dito abgeschickt hatte, der die Nachricht überbrachte, daß an nemlichen Tage in der Bay voy Capir das Schiff, die Königin genannt, angelanget. Dieses Schiff habe nicht nur für den König sondern auch für die Kausmannschafft eine reiche Ladung an Bord, welche, ohne die kostbare Kauf« manns-Waaren und Güter, in 181042. Thaler an gemüntzten Silber, »;foo. Thaler an ge« müntztcn Gold, nebst 3607. Marck Gold i» Stangen bestehen. Den andern Tag käme wieder ein Courier mit der Nachrichtan, daß den 1 r. Decembv auch die Fregatte, Perle, in gedachter Bay zu Cabir angeianget, so für des Königsund der Compagnie von der Havane 1 Thaler an Gold, undvieleKauffinanns-Waaren von hohem Werth mitgebracht habe. Jhro Majestät der König haben verschiedene hohe Kriegs-Stellen vergeben.
Stockholm, den 3». Dec.
Weaen Mer hochheiligen Weyhnachts-Ferien, welche die hohe König!. Herrschaften sowohl, als der ganze Hof mit aller Devotion celcdriret, ist nichts Veränderliches vorgefallen, ausser daß Sr. König!. Majest. einige Tage vor dem Feste einige Avancements beym Militair - Etat vorgenommen, pbjwar vöst auswättigeu Orte» dis «mstän-siche