München d 9 Jaenner XIV.

So eben Mein Einziges Settehen! erhalte ich dein herzliches Schreiben vom 1 Jan so wie ich auch des vom 26 D.v.J. richtig empfing und freue mich innigst über dein V.ohl- und Frohseyn. Für den Franzosen kann man nun in Frank furt ganz ruhig schiefen, über den Rhein kommt der Tyrann nicht mehr.- Du wirst indessen das Kistchen mit den v/lang- ten sechs Tassen, nebst einer sehonren für die liebe Tante bekommen haben? Ich habe so gut ich konnte, ausgesucht, denn viel gescheidtes ist nicht vorhanden; allein wenn man etwas besseres haben will, darf man es nur bestellen weil dermalen ein geschicktere Thier kahler sich zu Nymphenburg findet, Melde mir ob ich den Auftrag gut besorgt habe? Da sich noch Pl&z im Kistchen fand, so legte ich gleich ein paar Stückchen acht Englische Seife für deine Hände bey, und ein Piechglascher. welches du gelegenheit 1 ich v/schenken kannst. Das besser womit du deine Hände wäschest rathe ich Dir, 3 bis 4 Tage lang im warmem Zimmer stehen zu lassen damiu sich der Seler.it zu Boden setzen könne.

Hier greifen täglich Mehrere zu den kaffer, und unser Plaz, so gross er auch ist, ist oft ganz mit Exerei- renden Engefüllt.

Meine herzlichsten Gr-üsse an Onkel und Tante.

küheln hat mir die Ankunft des Päckchens endlich gemeldet, allein eben so früh erhielt ich auch Nachricht aus Bremen welches noch ein gut Stück Weges w r eiter ist, über den richtigen Eingang des Päckchens welches in dem seinigen eingescnlcssen war, um es weiter zu senden.

Wie immer Dein Vater

S. Th. v. Soemmerring.

Bitte den Onkel dass er mir gelegenheitlich die be­wussten Unterhaitungen mittheilen mochte.

Heute sah ich auch die langen Listen des hiesigen Frau envereins zur Unterstützung der verwundeten Vaterlands Xi v/theydiger.

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NB ging erst d 25 Jar« ab München d. 23 Jänner XIV.

Ich muss dich Mein gutes Settehen! schon wieder plagen, nämlich doch mit dem guten Onkel zu Rathe zu gehen, wie ich ha Egid Kobells Verlangen am besten befriedigen kx könne. Leider sieht es hier mit dem Garten Wesen nicht zum besten aus. Dass die Hortensien nicht besser geriethen, da­ran war wohl der, bey uns wenigstens, gar zu rauhe Sommer schuld.

Du wirst indessen meine Zeilen vom 30 Dec und Pten Januar richtig erhalten haben? Das Exercir Lärmen nimmt auf unserem grosser. Platze täglich mehr zu. Selbst der schwächliche kleine Kock und der kleine Niethammer ler­nen der Trommel folgen. Auch schrieb mir Tante Clemens dass ihr Bruder und ihr Mann zu den Waffen greifen mussten.

Der panische Schrecken, welcher sich durch Briefe bis hierher verbreitet, hatte, als wollten die Franzosen von Mainz aus Vordringen machte keinen Augenblick mir die min­deste Unruhe. Wer die Lage von Wickert kennt, weiss auch dass sc etwas derma ler. ganz unmöglich ist. Wir haben von unseres wakkeren Feldherrr. krede noch immer- die beruhigend­sten Nachrichten gehabt. Dass uns der Himmel begünstigt,