Donnerstage d. 16 Nov XIII.
Ich danke den: Himmel Mein Einziges Settchen dass du nieder wohl bist. Ich wünschte doch, dass du die grosser. Herrn dich zu sehen bemühtest, denn hoffentlich Kommt das nicht Meder. Graf Eenss K.E. General, in Begleitung ur.sers Honigs wohnt gerade unter* mir*, und ist mein bester Bekannter* und freund, «'einen Brief vom 7ten wirst du indessen erhalten haben. Mich verlangt recht sehnlich nach Nachrichten von Wilhelmen. Es schmerzt Ei ich dass er- uns so lange in Ungewissheit lasst. - Hier ist alles vollkommen ruhig und sehr- stille, besonders weil die königliche Familie abwesend ist. Alle Tage und bey Jedem Ausgange werde ich nun, wie du leicht denken kannst gefragt: «Wie gehts zu Frankfurt«?
Denn Jezt erst wird man recht gewahr, wie viel man auch hier- auf das liebe Frankfurt halt.-
Harniers und Schacht grüssen. Mich verlangt herz- lichst dich bald wieder um mich zu haben. Von ganzer Seele
Dein Vater S.Th.v.Sg.
Herzlichste Empfehlungen an die fürtreffliche Tante, und ireundiichstCGrüsse an deine Umgebungen.
Lebe wohl und heiter mein gutes Kind.
o o 0 c o
Donnerstag
München, d. 30. Dec. 1£13.
Deine Schreiben Meine Einzige herzliehst Geliebte Tochter! habe ich alle richtig erhalten. Auch mich freuen die schonen Geschenke die du erhalten hast. Indessen wird auch ein dir überschicktes Taschenbüchlein hoffentlich nebst den goldenen Einlager, angelangt seyn? Ich schickte es hier schon Sonntags d. IS Dec ab, damit es gegen Christtag einträfe. Das fetter ist hier* wenigstens nicht garstig, kalt, ein bis 2 Grad, so dass der Schnee die Füsse nicht nezt. Selten ist fr-eyiich ein so heitrer Tag, wie gestern und heute. Hier- greift alles zu den Waffen. Unsere Bürger- schworen auf des; Platze vor unserm Hause, «dass sie auch über das Weichbild der Residenz den Feind über* die Granzer, des Reichs Jagen wollten«. Graf sonst Barer. Leyden den du kennst den unsre Wohnung gehörte hielt als General die feurigsten Anreden, und Jagte wie der Jüngste Mann auf seinem Rosse auf und ab. Gbapp-R v. Wendt, Geh-F: v. Feuerbach ez- er-ciren als Gemeine. Schlichtegrolls beide Sohne sind sc wie auch Jacobs Sohne Soldaten.
Seife sollst du haben und die Tassen sollen auch gleich Morgen besorgt werden.
Ich freue mich herzlich dir mit v^llester Überzeugung ein fröhliches Neues Jahr nicht nur- wünschen, sondern auch eine frohe glückliche Zukunft zusichern zu können. Die Teutschen haben Gottlob gewonnenes Spiel! Lass uns dem Himmel danken für dieses Glück, und durch Fleiss und Arbeit' samkeit auch desselben würdig werden. Grüsse alles nebst den üestei: tourschen vor; Deinem Vater-
S.Th.v.Sg.
Schacht lasst grüssen und wird nächstens schreiben und mit allerhand Neuigkeiten aufwarten. Mit Wilhelms Briefen bin ich zufrieden. Allein melde ihm dass ich v/legen zu werden anfanue|ou er aucr das kostbare räckchen welches ich am 28st en November an ihn schickte richtig empfangen haben mag
ccOoc