M(uneben) d. 29 Arril 1813.
«-sin liebes Settchen!
Sey so gut die einliegenden
Briefe zu besorgen. loh bin wohl und gesund. Hier ist herrlich v.etter auch alles so ruhig und unbesorgt, als wenn gar kein Krieg in Europa wäre.
^hxercirt wird freylich auf unserem Platze, allein niemand lasst sich träumen, dass unsre mobile Legion Jemals gebraucht- werden werde.
Kurz hier in der Hauptstadt dünkt man sich in Abrahams Schoos zu seyn.-
Da Oesterreich ruhig zu bleiben scheint, so ist man über alles andere hier ziemlich gleichgültig.
Man kann tagelang mit vielen benschen zusammen seyn, ohne ein Wörtchen vom. Kriege zu hören.- Sc gleichgültig und unbekümmert lebt man hier dermalen.
Ich wünschte bey Such värs auch so stille und ruhig. Mit herzlicher Liebe Dein Vater
S.Th.Sg.
GoOoc
München, d. 2ten May 1813.
Ich bin, Meine gute Tochter! mit deinem richtigen prompten Antworten vollkommen zufrieden. Von Wilhelmen habe ich auch nun zwey Briefe die mich über seine Lage vollkommen beruhigen. Wenn du ein wenig die Landkarte betrachten willst, so wiist du selbst finden, dass er Jezt besser that dort, wc er ruhig und sicher ist, zu bleiben, so leid es uns auch thut, ihn Jezt nicht zu sehen.
Auch die Nachricht über- Frau Hollweg in deinem Schreiber, vom 27 v.M. hat mich gefreut.
Hier geniessen wir nun schone Frühlingstage; Wenn nur nicht so viel auf unserem Platze exercirt würde!
Wenn du etwas erhältst so schicke es mir nur gleich geradezu durch den Postwagen.
Meine gute Vaterstadt soll doch bey der Belagerung ziemlich geschont werden seyn. Ists nicht sonderbar, dass Bayern, die nun zurückkehren, sie gegen die Russen vertheidigen mussten? Verwichen er. Samstag kam der Adjutant des Chefs der Bayrischer. Truppen mit der Capitalatior. hieran.- Sonst ists hier still und das Kriegsgetümmel aus
ser den ürär.zen des Königreichs. Auch besorgt man auf keinen Fall, dass es vom Kriege leiden, oder- dass die Feinde sich ins Land wagen würden.-
Ich wünschte Ihr- konntet das Gleiche in Frankfurt sagen. - Mit herzlicher Liebe Dein Vater-
Viele Enpfehlungen an H Sg.
u. Frau Dr Engelmar.n.
üüOoc
Für eh er.. d. 10. May. 1813.
Fs hat keine File Meine gute Tochter! mit den Leinwundsgeschichten, ganz gelegenheitlich magst du sie besorgen. In weniger tls acht Tagen, wenns Glück gut ist, hoffe ich dich liebes Herzens Kind wiederzusehen.
Fs gereicht mir zur grössten Wonne, dich in der schonen Lage zu wissen, und preise dich glücklich
neuen so