München d 17 Octbr XI.
Ich habe Mein Herzens Kind! dein Schreiben vom Sten, sowie gleich drauf auch die Schädel richtig und im vollkommensten Zustande erhalten. Nächstens werde ich auch der herrlichen Tante selbst danken, dass sic so mütterlich für dich sorgt. Hier, also gewiss auch bey Euch, ist wieder das himmlischste Wetter. Nicht sc, wie man hört, in dem uns nähern Italien. Präge dir doch das Bild der prächtigen Erscheinung des nometen recht ein; zeichne es dir so gut du vermagst, denn auch das rohste selbst gefertigte Bildchen wird dich in der Zukunft, durch Auffrischung der Verstellung gar sehr erfreuen. Grame dich nicht, dass du noch zurück bist, es war bey deinem Körperbau nethwendig dich künstlich zurückzuhalten. Mir ist nicht bange, dass du bey einer so trefflichen Anleitung vieles bald nachholen wirst. Es ist mir dein Geständniss angenehmer, als das Ge f entheil Eitelkeit andere zu übersehen. Ein Frauenzimmer ziert nicht* mehr als Bescheidenheit, und in dieser Rücksicht ist mir der Umstand angenehm.
Ehe H-Itieg, nach Paris reist lasse ich bitten mir doch den Schädel zu schicken, er ist mir, eines mir gänzlich unbekannt gewesenen Umstandes wegen, den ich erst zufällig erfuhr sehr interessant geworden. Er war mir ohne alle Notiz zugekommen, ohne das ich selbst wüsste von wem f <
Von Wilhelm habe ich nun Eriefe, worinn er Besserung verspricht. Vedereiro!
Kina soll ein Briefchen an dich halb fertig haben Schacht lasst dich grüssen. Emjfiehl mich Herrn und Frau Engelmann.
Was macht Onkel Saicmon? Sind die Zwiebeln schon in der Erde und sprossen oder treiben schon einige? Hat dich Fraulein von der Null besucht?^
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,, M(ünchen). cL. 20 ,0ctbr. 1811.
Liebes Settchen !
• Besuche doch Fräulein van der
Null, welcher ich versprochen hatte, dass du sie aufsuchen würdest. Sie wohnt aufi der Zeil im Türkenschuss bey Herrn Gouliet. Sie will in wenigen Tagen nach München zurückkommen und wohnt hier bey meinem Freunde dem GehP&th von Fischer. Sie ist eine sehr genaue Bekennte von Frau von Küchler zu Darmstadt. Vielleicht dass du sie euch schon bey uns gesehen hast, z.E. als Frau vor: Huber mit ihr bey uns ass. Solltest du etwas für mich indessen aus Bremen erhalten haben so gieb es ihr nur an mich mit, denn ich glaube dass sie alles gut besorgen wird.
Auch der gute Jaccberl aus Freyburg, Wilhelms hiesiger Gesellschafter ist gestorben. Er sollte eben anlangen die Heilkunst zu studiren.
Indessen wirst du mein Briefchen vom 18ten richtig erhalten haben. Ich bin wohl und gesund.
Wenn H Venner. Buchhändler, wie ich glaube, etwas an mich zu schicken hat, konnte er es der Fräulein van der Null an mich mitgeben.
Empfiehl mich Herrn und Freu üngelmann Deinen herzlich liebenden Vater
Soemmerring.
dich