die ein kleines allerliebstes Mädchen hat, an dem du grosse Freude hattest, wenn du hier wärest, weil es über aus lebendig und feingliedrig ist. Die dult hindurch war auf dem grossen Platze vor unserm Hause viel Speektakel, die Menge Hütten gaben ihm das Ansehen eines kleinen Dorfes Ringsum uns wird so viel gebaut, dass du hier eine fast neue Stadt finden wirst, wenn du einmal wieder-kommst. Ich bin gesund und wohl. Vina und des ganze Harniersche Haus lasst dich bestens grüssen. Das Wetter ist über alle Maas- sen schon, und nur Abends ein wenig kühl. Mit herzlichster Liebe Dein Vater.
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M(ünchen). d. 19. Septtr. XI.
Endlich Mein liebes Settehen! habe ich heute von/: Wilhelmen einen langen Brief erhalten, worinn er mir seine Reise nach dem Jardin in der Nahe des Montblanc, dessen du dich gewiss erinnern wirst (aus dem Relief) sehr schon beschreibt. Er meldet mir, dass du ihm schon zweymal geschrieben habest und dass er Dir auch immer gleich antwortet, weil es dir grosse Freude mache. Ich will dir gelegenheit- lich seinen Brief schicken, da er bey dir vollkommen gut aufgehoben ist.
Die Blumenzwiebeln werden nun in deinen Händen seyn, wenigstens versichert man mich dessen aus Stuttgardt; Ich denke dass sie Herrn Engelmann und Dir grosse Freude machen sollen. Ausser den zwey Zwiebeln 1) gefüllte schar- lachroth und 2) purpur schwarz, welche iir Januar erst ge- sezt werden können, kannst eine Fsrthie z.E. sechs Stück von den übrigen Zwiebeln schon jezt in die Erde thun, und nach vier Wochen wieder sechs, und dann nach den dritten vier Wochen wieder sechs. Ich hatte sie eigentlich für den 12 Octbr, deinen Geburtstag bestimmt, allein es ist besser sechs davon schon jezt in die Erde zu thun, und früher Blumen zu haben, und Zeit zu gewinnen.
Mein Brief'vom 16ten wird indessen angekommen seyn. Empfiehl mich Herrn und Frau Engelmann, denen ich auch nächstens schreiben werde, und bitte ihn Euch einmahl des Morgens um zwey oder ürey Uhr zu wecken, und Euch den prächtigen Kometen zu zeigen, damit ihr einen sinnlichen Eegriff bekommen moget, wie sich seine Atmosphäre (Schweif) gegen die Sonne verhält. Aber er muss es in diesen lagen thun, ehe der Mond um die Zeit scheint. Hier ist noch immer schon Wetter und in einigen Dörfern Mangel an Wasser wegen Austrocknung der Brunnen. Herzliche Grüsse an deine Gespielinnen von Deinem Vater.
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München d, 29 Sejtbr. 1811
Dein Schreiben vom 24sten hat mich ungemein gefreut, theils wegen seines Innhalts, theils weil ich sehe, dass sich deine Handschrift mit jedem Briefe merklich gebessert hat. Sehr angenehm ist es mir, dass du anfängst an mehreren Dingen, die den Geist würdig beschäftigen, Interesse zu nehmen, daher ich mir vergnügte Tage noch mit dir zu erleben verspreche. Am 7ten Octbr wird der Komet am hell' sten erscheinen, und am 15ten sich unsrer Erde am nächsten, doch viermal weiter von ihr als die Sonne befinden.
Dass du sc hübsch ordentlich meine Aufträge be-