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„ Auch hier- haben wir einen ununterbrochen schonen
Frühling gehabt und jezt Ist es so anhaltend heiss wie sonst im August. Kein Mensch weiss sich einer so schonen 1ma s sip en Witterung zu erinnern. Karniers wohnen jezt auch vor dem Thore grade hinter uns und haben einen schonen Garten^dabey, worinn die ganze Familie fleissig arbeitet. Mina. die gewaltig gewechsen ist, lasst dich bestens grüs- sen. Empfiehl mich Herrn und Frau Engelmann deinen dich in- nigst liebenden Vater S.Th.
Deine Geranie sind in bester Ordnung. An den Bau meines Hauses wird noch gedacht.- Ich bin sonst ganz wohl.
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München d. 7. Julius. 1811.
Ich habe Meine gute Tochter! dein, mir sehr angenehmes, Schreiben vom 14ten des vorigen Monats, allererst heute, mit dem Plan deiner Vaterstadt, von Wilhelmen erhalten. Indessen wird mein Brief vom !2ten vorigen Monats, dir richtig zugekommen seyn: denn ich suchte dein Verlangen,
Dir etwas zu schicken, sogleich auf der Stelle zu befriedigen; Meine Zeilen an dich lagen in dem nämlichen Schachtel- eben wcrinn ich dem herrlichen Onkel Augensalbe und auch dem Wilhelm etwas schickte. Da Wilhelm alles gehörig bekam, sc zweifle ich auch nicht, dass du das deinige bekommen haben wirst. Es freut mich also, dass du dadurch weniger Ursache hast zu klagen, dass ich dir so lange nicht geschrieben hatte. Auf die Fortsetzung deiner recht artigen Heisebeschreibung bin ich recht neugierig. Ich kenne die Gegenden die ich so oft bereiste, recht gut und wünschte nichts mehr, als dass der schone Rhein noch uns deutschen gehörte! Herzlich freut mich, dass du wohl und zufrieden in Frankfurt bist. Ich lebe hier- ruhig und stille meinen gewöhnlichen Gang fort.
!! Frage doch den Onkel, falls er noch de ist, ob
die Salbe, welche ich selbst bereitete und schickte wieder die gute Wirkung hatte, wie die vorhergehende. Adolph hatte mir Ei
ein nettes Erieflein aus . geschickt.- Bald wirst du
!! auch wohl französisch an mich schreiben können? Alles was du von Wilhelmen erfährst, schreib mir doch sogleich.
Im Schonschreiben wofür ich einige Muster beylege gieb dir doch ja noch mehr Mühe, so auch im richtig und schon sprechen. Mlle Kohmann kann dir darinn zum Muster dienen. Mint von Harnier lasst dich grüssen. Ihr Vater ist jetzt wirklicher Gesandter, (Excellenz) wohnt sehr schön in einem Hause mit Garten und halt Kutsche und Pferde. Die Kna ben haben einen Hofmeister, die Fraulein eine Gouvernante. Ich habe kürzlich Wilhelms und deinen aus der Taufe gehobenen Kindern die Schutzblattern eingeimpft. Grüsse Kn und Frau Engelmann von deinem dich zärtlich liebenden Vater
S.Th.Sg.
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München, d. 16. August.
Ich habe Mein Einziges Gutes Settchen! sowohl dein Schreiben vom PPsten des verflossenen, als vom Ilten äes gegenwärtigen Monats richtig erhalten und mich innigst deines Wohlseyns und deiner Munterkeit gefreut. Auch macht es mir besonderes Vergnügen zu bemerken, wie sehr sich öei-