München d. £6. Julius 1810.

Deine Pünktlichkeit Mein Herzens Settchen! im antworten hat mich sehr gefreut; denn ich batte sie dir zugetraut und von dir- erwartet. Dein Schreiben an Mina habe ich gefunden. Ich hatte es gar zu sorgfältig aufgehoben, an einer Stelle wc es unmöglich verloren gehen konnte. Nicht allein Mina, sondern auch Vater und Mutter von ihr haben sich unendlich über dein Andenken gefreut, sie soll dir auch bald antworten.

Dein Clavier habe ich nicht verkauft.

Dass ihr von Felnaigl Vortheil zieht macht mir ganz besonders Vergnügen. Der Himmel gebe, dass deinem schwachen Gedächtnis dadurch aufgeholfen.würde. Sage Hn Feinaigle Baron Aretin habe seiner in seiner Mnemonik ge­dacht. An deinen Vergnügungen nehme ich den innigsten Antheil, du siehst dass ich dir ein angenehmes Leben gern sehen früher gegönnt hatte. Solcher Wasserfahrten giebts kx nun hier freylich nicht. Ja wohl! bist du wieder recht ei­gentlich zu Hause.

Schreibe mir nur, ob ich Dir das Geld für das Duz zend Hemden anweisen, oder wie ich es sonst machen soll. Julchen sagt; hier zu München says nicltt möglich sie gut genaht zu erhalten.

Sin Pröbchen unseres neusten Steindrucks lege ich für Wilhelmen bey; lass er das Blatt doch dem Onkel und Hn Höflich zeigen, und sage ihm, er solle sich das Werk über den Steindruck , welches bey Cotta herausgekommen ist bey Varrentrai-p und Wenner, ohne die Tafeln auf meine Rechnung ausnehmen. Es kostet 4 fl. und ist nicht übel. Ich hab es ganz gelesen.

Grüsse alle Verwandten und Freunde und schreibe mir ja bald wieder. Dein Tagebuch führst du doch ordentlich Dass es dir liebstes Kind wohl gehe wünscht von Herzen Dein

Vater S.Th.Sg.

Ich bin gesund und wohl.-

ooOco

München d 16 Aug 1810

Dein Briefchen Mein Herzens Settchen! hat mich sehr vergnügt, weil es mir deine gewohnte Genauigkeit bewahrt, und mich deines Wchlseyns versichert.

Auch hier ist zeither gar zu schlechtes unfreund­liches Ws ttsT kaltes, und regnerisches Wetter gewesen. Je­dermann klagt darüber.

Künftig Meine Liebe! nimm doch ein wenig grosse­res Papier zu triefen wenn du auch nur ein paar Zeilen da­rauf bringst damit das Ganze, nach dem Zusammenlegen, nicht so gar winzig aussehen mag.

Rings um unsere Wohnung wird brav gebaut, so dass wir bald in der Stadt seyn oder- zum Bezirk der Stadt gehö­ren werden. K harnier hat Lust seine Knaben auch nach Frank fur-t zu schicken.

Marie geht mit ihren Eltern gar- bald wieder nach Gotha zurück, weil ihr Vater es hier nicht aushalter, kann.

Schreibe mir wenn du etwas brauchst, und grüsse Herrn und Frau Engelmann, die, wis ich zu meiner innigsten Freude höre, mit dir, (woran ich auch nie gezweifelt habe) zufrieden sind.

Meine Schriftzüge werden Dir wohl schwer zu er-ra-