halten konnte, um die frz. Sprache, aus manch er i-e ley Munde verstehen zu lernen, und selbst sich ohne Schwie­rigkeit verständlich zu machen. Ich gehe ungerne daran, al- lein es muss seyn.- Du kannst nebst H Ritter beurtheilen. wo ihr-s am behaglichsten seyn mochte. Findest du nichts, so werde ich nicht zürnen- sondern euf etwas anderes denken, allein das Nachforschen in dieser mir wichtigen Angelegen­heit kann ich dir nicht erlassen. Du hast denn doch auch selbst Liebe genug für sie. Es schmerzt mich, dass du mir bis jetzt hierüber weder ein Je noch ein Nein zukcmmen liessest.

6) Meldest du mir nicht, Ob du mein Schreiben mit der eingelegten Abhandlung über Verdünstung des Weingeistes erhalten hast, und doch ging sie schon am 5ten Februar als Einlage an H Schlichtegroll an dich ab.t Dieser Brief ist doch wohl nicht verloren gegangen.

Ich bin wohl und zufriedener hier jetzt als je­mals, weil es mir fast überall schlechter zu stehen scheint Ausser einem Husten, der mich einen Tag nur im Eette hielt bin ich ganz gesund geblieben, ungeachtet die Witterung, wenn men nach der Menge der Kranken urtheilen soll nicht die zuträglichste seyn dürfte. An ein Marz Veilchen war nicht zu denken ob wir gleich schon ein starkes Gewitter ö 19 Marz Abends h 6 hatten.

7) Gar zu gern hätte ich ein Pröbchen von Tingrys weissestem Firniss.

Lebe wohl, mit herzlichster Liebe Dein Vater

S.Ih.Sg.

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(ohne Datum) Poststempel: München, 23.Jul.1812.

Mit einer Pension de luxe ist mir w T ie du richtig bemerkst, für Settchen nicht gedient. Ich wünschte, wenn es ginge, dass sie als Freundinn in einem Hause blos französisch schwätzen lernte, ohne (was doch wohl nicht leicht möglich ist) ihre vorigen Studien ganz zu vergessen. z.B. wenn sie nächsten Sommer nur ein paar Monath lang mit jemanden in einer sittsamen stillen Familie auf dem Lande zubrachte. Hatte sie eigenen Trieb zum frz. so wäre das nicht nothig. Sich darum näher um zu sehen und zu erkundi­gen, kann auf keinen Fell schaden.

Von Maunoirs Abh. über Purillenbidung konnte ich vielleicht praktische Anwendung machen lassen.

Herrn Ritter empfiehl mich bestens. Ich bin ganz beschämt, seinen fürtreffliehen Brief noch nicht beantwor­tet zu haben, allein es fehlte mir an Zeit und Aufgelegt­heit ihn wie"ich schuldig bin? nach Würden zu erwiedern.

Herzlichen Gruss und Händedruck Deinem August.

Hier ist seit einigen Wochen des erbärmlichste Wetter und die Aussicht für die Erndte Traurig.

Settchen wünscht sehr, etwas wieder von dir zu lesen. Doch in wenigen lagen wirst du sie ja selbst spre­chen. Im Schreiben ist sie äusserst fleissig, und beantwor­ten alles äusserst genau, so dass mir ihre Briefe grosses Vergnügen gewähren.-

In der angenehmen Hoffnung dich bald bey mir zu

sehen Dein Vater S.Th.Sg.

Frau Hoilweg lässt Euch alle herzlichst grüssen.

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