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wirst du meine Erinnerungen nicht sls zu klein­lich oder übertrieben tadeln.- Empfiehl mein Andenken Herrn Rittern angelegentlichst dem ich unfehlbar mit nächster Post schreibe denn eben kommt K Dir Schelling folglich muss ich für heute schliessen. Mit herzlichster Liebe Dein Vater

S.Th.Sg.

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München d Pi Nov XI.

Herzlichst geliebter Sohn.

Plötzlich als ich

vorgestern an dich schrieb, ward ich durch einen nicht eb- zuv.eisenden besuch unterbrochen und heute ist mir kaum noch ein Stündchen übrig; dsss ich nicht nachlässig in dem lie­ben Andenken an dich bin davon werden dich die Eeylagen, die ich bedachtsam niederschrieb überzeugen. Da es mir Freu­de macht und du dich zur praktischen Heilkunde entschlossen hast, so lehne ich nicht mehr wie vorhin Consultat!onen ab um dir und auch der guten Settchen. die ich doch gar zu sehr vermisse, wenigstens indirect dadurch zu nutzen. Al­lein dass dieses Zeit raubt, brauche ich dir wohl nicht zu beweisen. Es ist am Ende doch die edelste Menschlichste Kunst, wobey wir doch die freyesten wohlthatigsten Menschen bleiben. Kennten wir immer helfen, so waren wir G5tter. Al­lein so helfen wir doch bey weitem in den mehrsten Fallen. Doch heute noch erst, zu andern Gegenständen.- In dem Kist- chen, welches ich dir schicke, befinden sich auch das letz­te Exemplar meiner Preisschrift über- den Nervensaft, wel­ches du h Gosse, deinem Verlangen gemäss. übergeben kannst. Für dich bleibt mein mit Anmerkungen und Verbesserungen ver. sehenes Exemplar. Es übertrifft meine Wünsche dass du schon die Abhandlung hast lesen mögen. Ich schrieb sie als ein exercitium ingenii. meinem ehrwürdigen Freunde Bonn zu ge­fallen, dem sie viel Vergnügen gemacht zu haben scheint.

Meine dorrelte Preisschrift über Nabel und Bauch­brüchs verschenke an wen du willst.- Ich will noch zwey gleiche Exemplare zurückbehalten falls du solche versehen- ken welltest". Ich weiss nicht ob Juvine oder Maunoir teutsefe lesen und verstehen- sonst hatte'-ich gleich nom bsygelegt. In der Diss. v. Nabel Brüchen prangt nung des Nabels.

Wenn den ehrlichen Gosse schon meine Diss. de fluido nervis interessirt hat, so wird ihn gewiss der Tele­graph noch mehr freuen. Ich denke wenn H Ritter, der wacke­re Gustulc, und du meine Aufsätze darüber durchlesen, so kanns nicht am gewünschten Efleckte fehlen, "wenn jeder das seinige dazu beytragt. Wäre des liebe Settchen bey euch,,se solltest du deine Herzensfreude haben, zu sehen wie ge­schickt und verständig sie damit umzugehen weiss. Indessen als mein Sohn scheint es mir deine Pflicht mir dabey auch etwas zu helfen.

Also erstens wünschte ich. dass du dich mit dem gar seltnen Menne Tingry bekannt machtest um ihn zu fragen, was für ein wohlfeilerer Firniss statt des Überzugs von Cautschuck, der f re.yl ich' da s vollkommenste Schutzmittel ge- gen alles oxydiren ist, aber auch zugleich das Kostbarste, für das. Leitungsseil dienen konnte? H Odier ist ein guter Freund von ihm, der mich auf ihn aufmerksam machte; aus H Tingrys Werk habe ich sehr viel gelernt, denn es dient mir zum Handbuche.

ein paar deine Zeich-

II!