München d. 25 Octbr 1811.
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Mein lieber Einziger Schn!
Ich hebe deine beiden Briefe aus Geneve so wie des Schreiben aus Zürich richtig erhalten^und wollte nur- mit der Antwort warten, bis Du mir melden würdest, dass du das Päckchen von Herrn Schlichte- grcl i ernalten hattest. Schlichtegroll’s Vater versichert mich, dass sein Sohn bey H Gerlf ch glücklich an gekommen sey weiss aber nicht, ob er dich schon gesehen hat oder nicht. Ich gab ihm meine neueste Freisschrift mit, damit du solche F Cdier überreichen mochtest.
Ich schreibe heute nur ganz kurz, um. dich aus der Unruhe zu bringen, über- das Schicksal deiner Briefe, da Herr Graf von Grabowsky ein edler, protestantischer Pole, dessen Onkel ich 1769 als Lithauischen Warschau der dissi- dentischen Conföderution zu Thorn gekannt bette, sich erbot diese Zeilen mitzunehrr.en .
Deine schöne Eeisebeschreibung hat mir über die maussen gefallen, indessen schauderte es mich doch bey einigen Steilen über das Wagestück das du clabey unternahmst. Ich danke dem; Himmel dass alles so glücklich für dich ablief. und kann mir- den unsäglichen Genuss ganz wohl denken den dir diese V’tnderung gewährt haben muss.
Settchen schreibt. mir fleissig und gar liebliche Briefe, besorgt mir alles
auf der Stelle aufs pünktlichste, und unverdrossenste. Sie scheint ruhig und zufrieden, und wird von Herrn Engelmann sehr gerühmt. Dass ihr Buch so lieb habt macht mir- die grösste Wonne.
Herzliche Grüsse an deinen Freund August und an den tüchtigen Adolph und Moritz.
Nächstens ausführlicher. Mit inniger Liebe.
Dein Vater S.lh.Sg.
München d. 19 Nov 1611.
Ich eile Dir nur Mein lieber Sohn zu melden dass ich auch dein Schreiben worinn du mir den Empfang meines Schreibens durch H Schlichtegroll meldest zu meiner Freude richtig erhalten habe. Indessen wird dir H Graf von Grabowsky einige Zeilen von mir abgegeben haben. Er reiste am 25 vorigen Mon&ths von hier ab. Sowohl über den Innhalt als das äussere deiner Briefe habe ich viel Vergnügen empfunden. Ich finde endlich deine Handschrift wie ich sie immer wünschte. Ich habe dir oft gesagt und gemeldet dass der kleine unbedeutend scheinende Umstand mit meiner schlechten Handschrift mich gehindert hat und noch hindert zu schreiben und dass ich wahrlich mennigm&l einen förmlichen Anlauf nehmen, mich selbst überwinden muss um nur etwas schriftlich aufzusetzen. Zu spat habe ich den hohen Werth empfunden und einsehen gelernt den eine deutliche Handschrift mit sich führt -wenigstens für Menschen von meinen Gefühlen und
Constitution.
Ver-wichenen Sonntag gab ich ein Kistehen an dich auf den Postwagen welches die auf beyliegendem Blatte ver- zeichneten Sachen enthält. Bey dem Auspacken desselben verfahre doch streng nach der Vorschrift- rücksichtlich des Hertu snehmens, Kerausziehens , auf Ziehens der Schleifen « z-er Schneidens. Wenn du an die Hauptsache gekommen seyn wirst