Das Menschenherz ist wie ein Flumengarten.
Es sprossen, keimen drinnen aller Arten Die Blumen, wenn der Lenz sie ruft zum Licht.
Die prangen in der Farben Glanz, die Düfte Der andern füllen würzend rings die Lüfte,
An Beidem keiner Blum es da gebricht.
Und immer neu, wenn die die Häupter senken, Entspriessen andre, selbst der Herbst will schenken.
Er schaffet uns der Astern bunten Kranz.
Doch Herbst u. Lenz mit ihren Blumengaben Vereinigt, können nie die Sinne laben,
Wie F.ose, Du, des Sommers höchster Glanz.
Sieht dich das Aug' dem zarten Grün entblühen, Ists, wie ein dauernd Morgenrotherglühen,
Das süsse Ahnung weckt von höhrer Lust.
Doch gern schliesst sich das Auge deinem Bilde,
Wenn deiner Seele Hauch bezaubernd milde Mit Wonne füllt die liebeg]ühnde Brust.
Und bist du, Rose, doch das Bild der Liebe.
Auch Liebe schliesset in sich alle Triebe.
Des Herzens Königin, aller Freuden Quell.
Mag. manch Gefühl erblühen und vergehen,
Die Liebe lässt s in andrer Form erstehen,
Das Herz ist reich, glüht nur die Liebe hell.
Zum Andenken an Deinen Lehrer den Mai H. YTeismann
Gott hat uns Menschen wunderbar bereitet, weit auf der Mutter Er-de uns verbreitet, und unsre Sinne ziehen uns zu ihr- herab.
Doch hat er uns auch hohen Sinn gegeben; wir ahnen ihn, ein unbesiegbar Streben zieht uns hinüber über Welt und Tod und Grab.
So sind wir wunderbare Doppelw r esen.
Nur Gott in uns kann dieses Fäthsel lösen, und unser Glaube reicht dazu die starke Hand.
Uns strahlt die Ewigkeit aus lichter Ferne, es leuchten uns der Hoffnung helle Sterne, wir schauen freudig hin in das gelobte Land!
0 lass uns fest an diesem Glauben halten!
Umgaukeln uns der Sinne Truggestalten,
und wankt das schwache leicht bewegliche Gemüth.
lass ruhig in die Gegenwart uns schauen,
und auf ein Jenseits uns re Hoffnung bauen,
das nur der fromme Sinn in heil ger Ferne sieht.
Möge der Seelenfrieden, der nur auf solchem Glauben ruht, dich nie verlassen, meine liebe Nannette, das ist mein herzlicher Wunsch für dich dein Freund Ch W G Bagge.
Frankfurt a/M Jul