lateinische Classiker usw. Ischen auch mitunter /.enn wir m\ unsrer Junggesellen und resrective Altgesellen- wirthschuft uns ungeschickt benehmen, wo wir dann immer an unser- liebes Hausmütterchen gedenken. In.^ess kcmnen wir nicht klagen, denn uns fliegt eiles Gute unverdienter Weise wie von selbst zu; Im eigentlichsten Sinn sind uns - denke Dir wie iir. Schlaraffenland - zwei gebratne Tauben zugefio- gen - Aus Karle’s Taubenschlag nehmlich, da wir ohnehin schon eingeladen waren, und zuhause gesottnes und gebratnes genug w&r.-
Folgende Woche hoffen wir Euch besuchen zu kennen wenn das Wetter günstig ist, de ich nun schon halb und bis übermorgen ganz exeminirt zu seyn hoffe. Grüsse indess die gute Tante und die lieben Jungfer Eichten recht herzlich von Deinem Eruder WILHELM Sg.
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(Frankfurt) Sonntag den 1? Sept. 1619.
Deinen Brief von* 8ten Sei t. Beste Schwester, habe ich gestern Nachmittag den Ilten D. erhalten, ich eile also Dir heute Morgen gleich zu antworten, um Dich nicht warten zu lassen.
Es soll ganz bey Deinem Reiseplan bleiben, ausser dass ich einen Tag in Neuw-ied mich aufhalten mochte, um des Prinzen brasilianische Schatze zu sehen und also erst den Donnerstag Abend oder Freytag Morgen spätestens in Koiln eintreffen werde: also mache Dich vor Freytag nicht mobil, damit ich auf jeden Fall eher als Du ankommeyf. Ich warte gern in Kölln auf Dich, da ich daselbst genug zu' sehen finde. Das übrige wegen der Rückreise machen wir mündlich an Ort und Stelle zusammen aus. Mir ist gar nicht bange, dass wir nicht eine angenehme Fahrt machen sobald uns das Wetter nur einigerir.assen begünstigt.- Auf jeden Fall erhälst Du von mir aus Coblenz, wenn auch zum Überfluss, noch ein Paar Zeilen.- Du wirst indessen einen Brief von Emilie nebst einem Zettelchen von mir und einen Brief vom Vater erhalten haben und daraus ersehen haben, dass es uns Gottlob allen wohlgeht.- Dass auch Du vergnügt warst, hat uns herzlich gefreut: wie wir es denn auch gar nicht anders erwartet haben als dass es Dir wchlgehen müsste in der freundlichen Umgebung von so vielen alteren und jüngeren Freundinnen, die Di Dir gewiss Deinen Aufenthalt so angenehm, als möglich gemacht haben. Väterchen ist wohl, entbehrt aber gewaltig sein liebes Susann et teher*.
Heute hat uns Schacht mit ihrer Bruder besucht; sie ist ganz wohl; übrigens wie immer.- Sie geht übermorgen wieder weg.
Leb wohl bis auf baldiges Wiedersehen 1 Ganz Dein
WILHELM Sg.
Recht herzliche Empfehlungen vom Vater und mir an Deine Amalie und alle Deine gastfreundlichen Y.irthinnen und Wirthe.
Morgen D den 13ten also reise ich nach Mainz ,a den 14 nach Coblenz.r den 15 Neuwied ,% den 16 undy den 17 bin ich in Koiln. Moneten will ich schon mitbringen, dass wir gehörig flott reisen und nicht krumm liegen müssen.
ooOoo