übereil wiederfinden müssen. Darum hoffe ich auch zu ihm, dess er uns den Vater so frisch und kräftig wohl, wie bisher, erhalte; und auch meinem Auge, um seine Welt recht klar anzuschauen und zu bewundern, den vorigen Glanz unu die nothige HelTewiedergeben werde. Gestern em herrlich heiteren ixga ersten Tage das Jungen Jahrs, wagte ich wieder einen Sja zier-gang ins Fr?;> e, der mir aufs beste bekam;
die wied
er gekommene Entzündung hatte mich bisher daran ver
hindert., doch nun habe ich die beste Hoffnung.
Auch hatten Ritter und ich gestern keine geringe Freude über ein Paar über die Meassen herrliche Eriefe von unserm August, der sich in dem an Leben sc reichen Berlin immpr mannigfaltiger und schöner entwickelt von Tag zu Tag. Savignv, den Du ja auch kennst u. der jetzt grösste Mann in seinem fache ohne Zweifel ist, verehrt und studiert er mit Begeisterung; Auch Savignv selbst scheint den August vorzuziehen und sich sehr für ihn zu interessiren, was wohl natürlich weil August seine Tiefe des Gemüths gern vor ihm aufschliesst, wes er sonst nicht so leicht thut. Ich freue mich darauf, Euch aus seinen Beriefen einmal vorzulesen: denn ich werde immer- stolzer auf ihn, je mehr ich mich unter ihm fühle.
Auch Ritter und ich nähern uns einander immer mehr, und da unsrer beider Studium ein und dieselbe Natur ist, nur- von versehi^dnen Seiten betrachtet-, da wir selbst manches zusammentreiben und auch ausser August noch tausend andre Berührungspunkte haben, so ist unser Gest räch immer so reich, dass wir fast alle Abende zusemmensitzen und plaudern, da ich nichts weiter thun darf, sobald Licht kommt.
Das sind meine genussvollsten Stunden, die ich hier habe und durch ihn allein ist mir mein einsames stilles Leben geuzt nicht nur erträglich, sondern oft wirklich lieb; Du glaubst mir wohl, dass ich, an innerer Ruhe, Einheit dadurch sehr gewonnen habe, da meine lebhafte Natur mich stets so leicht in einem äusseren Treiben u. Jagen nach allerley Einzelnen Gegenständen, die mich doch nicht befriedigen können, zerstreut und ermüdet hat.
Danke Gott, gute Schwester, dass Du, bey Deiner starken inneren Liebe und Festigkeit eine solchen Lehre nient bedurft hast wie ich!
Ich suche immer mehr alle Ängstlichkeit um alles Aussre, was nicht der Mühe wert ist, dass man sich drum V ümmre abzulegen, und in einem ruhigen sichern Vertrauen zu leben, das uns allein gegen alles was uns die Welt sonst an- haben könnte, panzern kann, wie mit Eisen und Stahl.
Ich freue mich recht, dies Frühjahr zu Euch zu kommen und auch v. Schilling kennen zu lernen.
Ich schicke Dir hier das Masse von den Hemden. Is Ich nahm es nach den letzten die ich aus München bekam und die mir ganz gut passen; nur nehmt um Gottes willen keine zu feine Leinewand! bedenkt dass auch diese noch auf Reisen gehn und was tüchtiges aushslten müssen! Sie kann womöglich noch stärker seyn. ais das vorigemal. Ich sehe eben, dass icheigentlich noch keine Strümpfe brauche; denn ich habe noch eine Menge Socken, habe mir erst mehrere Paar wollne stricken lassen und ziehe ja meist Suiefei an, zumal im Winter Also kauft keine! Ich umarme Dich herzlich
Dein WILHELM Sg.
Ich habe die Festtage damit gefeyert alle Briefe usw. durchzusehen, de bin ich auch an Deine gekommen und habe mich recht kindlich darüber gefreut und der alten Zeiten mit Rührung erinnert.
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