andern dergleichen friedlichen Verrichtungen; Doch^will ich dieser Tage die besten einmal aussuchen und ein rfifif in die Schanze schlagen, um die andern damit fl Ih­len zu lassen. Meine Nachthemden halten sich noch: Die Tag- h e m o. e n , zumal die alten, waren aber für den harten Dienst hier im fremden Land, wie es scheint, von zu zarter Natur, »'.enn Du mir also wieder neue besorgen willst, die aber recht stark seyn müssen, weil sie immer wieder was auszu­halten kriegen werden, so will ich Dirs danken. Ein Paar Hemden womit ich nach München reisen kann (denn bis dahin kann noch eins und andre verreissen oder vielmehr zerreis sen) hoffe ich noch übrig zu behalten: sorge also nur, dass ich dort wenigstens neue finde: Wenn Du ein 11ass brauchst, so schreib^ mir nur darum bald.- he^ne Strümrfe nehmen euch ab, doch habe ich noch einstweilen genug da ich meist in den Stiefeln nur Socken trage,jobrigens, wenn ihr mir wel­che anschaffen wollt so will ich euch auch erst das Maass schielen, denn die letzten, die ich von München bekam, sind mir zu weit; doch kann ich sie tragen und es ist in soferne gut, als sie mich aufmuntern recht bald hübsch dick zu wer­den um sie auszuiüll en .

Dass ich gerne zu Such gekommen wäre, kannst Du Dir denken, doch gieng es diesmal noch nicht an: dafür kom­me ich üsierr gewiss.

August ist nun schon eine V. eile in Berlin; der gute Bitter der mir noch gebiieb-r ist und mit dem ich jetzt immer mehr in geistige Berührung komme tröstet, mich für sei ner Verlust, am besten. Auch A. hat sich so allein erst recht in seine neue Lage zu finden nöthig und in Gedanken sind wir doch immer be; einender. Meine .Jetzigen Haupt- und Gagitaifreunde sind ausser dem trefflichen Jacobs noch Pau­li aus Lübeck und Fassenuflug aus Hanau die auch Hollweg sehr lieb hatten und sich von der Menge sehr auszeiehnen; Altdeutsche Poesie und Kunst, Volkslieder und das Kochen und Treiben der Zeit sind meist der Gegenstand unsrer Unter­haltungen: ich. hedaure immer mehr, dass''ich nicht mich ein bischen mit Musik' zumal mit Singen abgegeben habe; zumal bey meinem Augenübel, de.s nun i--Gock immer abnimmt hatte ich manchen Genuss dadurch gehabt; und nichts kann unserem Innern die schone Harmonie geben« V'ie die Musik. Ich freue mich in Dir zu finden was mir leider fehlt. Dein Dich herz­lich liebender Bruder vULKELM Sg.

oouoo

Göttingen den 2 Januar 1816.

Berzlichst geliebte Schwester

Vor allen Din­gen meiner: besten Glückwunsch zur n^uen Jahre, lass uns auch dieses, wie das alte, in Liebe uni innerer Zufrieden­heit verleben. Ist es uns auch noch nicht wieder beschieden einmbhl ruhig nebeneinander zu leben und uns der steten per­sönlichen Gegenwart zu freuen, so bleiben wir doch, wie bis­her- geistig einig, und vereint. Ich darf für mein Theil noch nicht wünschen 'zur Ruhe zu kommen : es wäre Sünde an Euch für die ich erst enfangen soll, etw?s zu thun und an mir selbst: Eure Liebe soll mich aber zur That stärken und mich wie der Pol den Magnet im'-er wieder, in welcher Ferne und Irre ich auch sein mag. so richten und fest halten, dass n,oin blick und Sinn nicht von dem Einen sich abwenden Könne in dem wir uns alle in gleicher Liebe vereinigt immer und