schreiben«- um so düster ward mirs zu Muth; es schien mir etwas zu st[ en-Werm Du Dich zwingst, da wirds nun vollends nichts werden, und ein Brief den man mit hal­ber Seeie geschrieben hat ist schlechter als gar keiner«.

.. # ^in Andermal gehe ich abends mit August auf den

schonen diesen s]azieren, wir jlaudern von den guten, lie­ben, alten Zeiten von allem was uns entfernt und theuer- ist Ja da sehe ich Buch alle vor mir und meine ich musste mit Euch reden, und mich Euch warm und lebendig mittheilen - A- ber dann sitze ich grade nicht an meinem Schreibtisch und habe vreder Feder noch Tinte zur Hand und komme ich auch da­rauf nach Haus so ist alles wieder weggewiseht und mein Herz wie zugeschnürt.

Ich weiss wohl, man soll seiner Launen Meister sevn und sich nicht davon an Narrenseile herumführen lassen allein das ist eben das schlimme dass die Laune nun einma1 so launisch ist, und sich nicht will zwingen lassen. Geste­he mir offen, \obs Dir nicht manchmal mit dem Schreiben auch so geht 4 ?

Ich freue mich recht, dass Du Dich in Deiner Lage sc zufrieden fühlst, um Deinet-und des Vaters willen, und dass Du an Mine Deine alte Ireundinr. wiedergefunden hast. Dein Verhältnis zu Mettinghs kann ich mir-, da ich Dich und Sie kenne hinlänglich denken.

Du fragst, ob wir- noch immer sc lustig zusammen sind und so erbauliche Opern und Commodien aufführen? Ach daran denken wir schon lange nicht mehr, weil unsere drei fidelsten Gesell-n und liebsten Freunde schon vor einem Jah­re, wie Du weisst, alle zusammen auf einmal weggiengen und wir bis Dato noch keine solche wiedergefunden haben. Man hat zwar hier das Auslesen unter vielen hunderten, allein die besten kennt und bemerkt man irr Haufen immer am wenigs­ten, und drey solche ganz mit uns übereinstimmende Geister und Herzen werden wir sobald nicht wieder treffen. Dafür ist nun -sin ganzer Mist von Frankfurtern da, an IC Stück, aber nur ein einziger. Stiebei (der bey euch einmal im Quar ti-re lag) hette Kopf und Herz genug, um uns bey einer dau­ernden genaueren Bekanntschaft zu befriedigen. Einer macht indessen die Suppe noch nicht fett und der ist seit Pfing­sten nun auch weg und in Frankfurt ein ehrbarer Philister geworden.- So treiben wirs seit der Zeit halter, so gut wir können.

Nach und nach komme ich an das praktische Doktern und curiren, welches mir Spa.ss macht, und mir genug zu thun giebt.

Mein bester Trost ist und bleibt aber immer Au­gust, und ich weiss, wie glücklich ich vor vielen anderen bin. einen solchen Freund zu besitzen; allein dafür sind wir"zu genau zusammen verbunden, um weiter niemand zu be­dürfen, ~ wir können einander nicht amüsiren (würde ich sagen wenn mir das kein so verhasstes Wort wäre, wir gehören zu­sammen wie die rechte und linke Hand, helfen und unterstüt­zen uns, sind uns unentbehrlich; allein spielen können wir nicht mit einender, so wenig wie Fechte mit der Linken.- Ausserdem hat auch A. hier wieder eine kleine Herzensbe- schaftigung gefunden, die ihn ebzieht und so bin ich oft bey meinen Büchern und Bestien, die ich ernähre, um sie für mein Messer aufzuheben, allein zu Hause. Lange hatte ich z.E. ein Glas voll Schnecken und jetzt eben hebe ich wieder ein junges Haschen zur Stubengesellschaft.

Seit zehn Tagen habe ich-eine ziemlich heftige