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Feste noch manchesmal recht fröhlich mit ihm wer­den fe^ern^konnen, da er mir wirklich Jetzt besonders idun- ter- und thätig scheint. Du weisst Ja selbst w r ie viel er sich mit der Politik^beschaftigt, und kannst Dir daher den­ken, dass alle die für uns Deutsche so glücklichen Ereig­nisse, die wir seit kurzem erlebt haben, euch zu seiner Er­heiterung nicht wenig beigetragen heben mögen. Ich freue mich derselben darum doppelt. Er schreibt mir Jetzt immer sehr lange Briefe, da ich nun seine Kenntnisse mehr benut­zen kann und giebt mir immer viele Aufträge, deren Besor­gung mir auch immer etwas zu lernen giebt. Noch neulich ha- k 0 sin Päckchen mit vielen Sachen geschickt, des er

ohngefahr den 28sten erhalten haben wird. Ich habe ihm auch ein raar kleine Ausarbeitungen von mir dezu gelegt, die ihm hoffentlich Freude gemacht haben.

Ich hatte so wie auch August wohl gewünscht, das neue Jahr- in Frankfurt mit Euch feyern zu können; denn ich weiss wie lustig es da immer zugeht und besonders diesmal muss der allgemeine Jubel ganz grenzenlos gewesen seyn.

Hier waren wir indess auch sehr lustig. August u. ich brach­ten den Abend mit unseren besten Freunden, lauter Rheinlän­der* Landsleuten; zwar nicht so toll und wild, wie manche andre Studentengesellschaften, aber doch vielleicht noch weit fideler (vergnügter, heisst des) zu; denn auch wir hatten dafür gesorgt, dass wir nicht mit trocknen Kehlen sangen und überdem hatten wir noch ein Paar so gute und ko­mische Gesellschafter, dass wir uns über deren Launen und possierliche Streiche nicht satt lechen kennten, lim zwölf Uhr waren alle Studenten zusammen auf den Strassen, die wir singend durchzogen, bis sich einer nach dem andern nach Hause begab, nachdem wir noch den Professoren die wir am liebsten haben ein Vivat gebrecht hatten.

Wir haben unter unseren Landsleuten vier bis fünf gefunden, die gerade so sind, wie wir- sie wünschen, und mit denen wir recht oft sehr vergnügte Stunden zubringen. Meis­tens sind wir Sonnabend oder Sonntag Abend zusammen. Schade ist es, dass sie alle zusammen Ostern von hier Weggehen al­lein auf einer Universität ist das nicht anders, wie auch im übrigen Leben, nur auffallender: dass man sich immer all­zubald w'ieder von denen trennen muss die einem: lieb gewor^e den sind.

Ich holle noch immer Dich Ostern mit August u. Ritter zu besuchen und sehne mich recht darnach, indess kann ich nicht leugnen, dass mirs geht wie Dir und dass ich mich kaum enthalten kann zu fürchten, dass vielleicht wieder etwas dazwischen kommen könne, wie schon ein paarmal geschehen. Im Grunde schadet es auch nichts, wenn man sich nie zu früh freut, geschieht das gewünschte nicht, so kann man es eher verschmerzen und geschieht es doch, so ist die Freude nachher umso grosser. Bis Jetzt weiss ich indess noch nicht, wes mich an dem Besuch verhindern konnte und Vater und Onkel haben schwerlich was dagegen.

Das Päckchen vom Vater habe ich schon seit eini­ger Zeit erhalten, ihm darauf sogleich geantwortet und schon wieder ein Paket an ihn abgeschickt, des er nun ver­mut h1iv h haben wird.

Gr-üsse alle von mir auch Onkel und Tante Clemens und ihre Kinder; schreibe mir doch zuweilen auch, was sie machen; ich höre sonst garnichts von Ihnen; überhaupt weiss ich Dir Jede Nachricht über meine Bekannten in Frankfurt sr und über die Stadt etc. grossen Dank.