fün1 Stunden von hier hatte mich n ehmlich zu sich eingeladen da er wusste dass wir acht Tage Ferien hatten, fuein Bündel war bald gemacht; ich wanderte also bey einem schonen fcinter-tag meistens in dem hohen Schnee watend über ein Paar sogenannte Berge die mir gegen die Schweizerberge freylieh nur Maulwurfshügel schienen und war bey ihm. Ihn und seine Familie kannte ich schon da ich ihn mit Herr Ritter und August schon zweymahi hier besucht hatte, und befand mich also auf die paar Tage w'ieder sehr wohl unter einer so eusserst vortrefflichen und guten Familie, denn ich bin’s immer noch nicht recht gewohnt so ganz allein auf meiner Stube zu hausen. Du hattest d°ine rechte Freude an den sehr artigen kleinen Mädchen gehabt wovon die älteste neun Jahr alt war; man merkt recht dass keine Jungen darunter waren den man hörte sie den ganzen Tag fast nicht. Nun bin ich wieder in Gottingen und meine Coilsgien und arbeiten haben auch wieder angefangen. Lebe wohl und gratulire allen zum neuen Jahr im Nahmen Deines Dich innig umarmenden Bruders WILHELM.
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Göttingen den 20 Februar 1813.
Beste Schwester,
Aus Deinem letzten Briefe
und den neueren Nachrichten vom Onkel sehliesse ich, dass Du noch recht wohl bist allein es thut mir recht leid, dass so viele Deiner Gespielinnen und Freundinnen krank waren wenn ich auch Deinetwegen ruhig bin da Su ja die Rötheln jüngst, gehabt hast. Nun sind hoffentlich alle wieder wohl. Der Onkel klagt mir dass Ihr lange keine Nachrichten volv^ gehabt hattet; es scheint als schriebe er mir desto öfter denn erst in den letzten 14 Tagen habe ich 3 Briefe und noch ein Päckchen mit Büchern von ihm erhalten. Er ist sehr* wohl und zufrieden. Ich kann sagen dass ich unseren Vater jetzt erst kennen lerne d.h. als Gelehrten. Ich höre überall von ihm bey meinem Studium ich lese seine Schriften und muss ihn oft über dieses oder jenes fragen so dass er nun auch völlig mein Lehrer ist und wahrlich ich wüsste mir keinen besseren, lieberen Lehrer zu denken! In einigen Tagen werde ich schon wieder ein Packet bekommen worin er mir unter andern einen Abguss seines in Alabaster* gearbeiteten Portraits schickt: und ich verspreche Dir* ihn hier wo möglich ubformen zu lassen und Euch einige Exemplare mitzubrin- gen. In München sah ich Herrn Melchior daran arbeiten und schon damals wer es ganz ausserordentlich gleichend. Ich denke'noch immer zu euch nach Frankfurt zu gehen sobald hier unsere Ferien anfangen welches vermuthlich in 7 oder 8 Wochen geschieht und hoffe nicht dass mich etwas davon abhalten wird. Wie ich mich darauf freue weisst Du am be^ten^
Wie sehr erschrak ich nicht über die traurige ' von Philipps Tod. Lange war ich‘auch noch in Angst wegen meines Augusts und H. Ritter die leicht hatten angesteckt werden können bis ich endlich erfuhr dass Sie beyae wohl seyen. Was mag Frau Holl weg nicht gelitten haben? Schreibe mir doch was sie macht.
Bald sehe ich Dich wieder; acht Wochen sind ja schnell vorüber und dann umarmst Du Deinen Dich herzlich liebenden Bruder WILHELM.
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