Führer und sehr bequem wenn men deren gewohnt ist men lehrt so.schnell fest wie auf Schlittschuhen. Ich hebe vergessen dir von den Schmetterlingen zu sagen deren wir viele aul dem höchsten Sehneegi fei sahen, es war uns unbegreiflich wie diese Thiere hie-' leben; einige flogen glücklich vom Winde getragen hinüber, allein mehrere sehen w'ir erfroren einen Finger tief in den Schee eingesehmolzen. Wir landen hier auch die Spur eines Gemsenjagers welcher vermuthlieh der einer Gemse gefolgt war. Leider hatten wir hier nicht das seltene Glück wie auf dem Col de la Seigne bey Cormayeur wo wir zwey Gemsen sahen, allein ein schoner- grosser Adler der über uns hinschwebte entschädigte uns da­für. Einen ziemlich steilen Abhang voll glatter Schiefer- trumner stiegen wir glücklich hinab und langten wie in den Cnalets de Villy an. Auf dem übrigen Heimwege bis Servos fiel nichts merkwürdiges weiter vor. Es ist derselbe Weg den wir hinaufgestiegen waren. August kaufte hier noch ein paar schone SteinbockshÜrner- und wir giengen noch im schön­sten Mondschein nach St Gervais zurück. Obgleich wir 15 Stunden Wegs gemacht hatten waren wir weniger müde als wir erwartet hatten; doch schliefen wir bis heute um 9 Uhr ganz vortrefflich. Diess ist die letzte Eeise die wir von St Ger­vais aus machen werden. Wir alle verlassen diesen einzig an­genehmen Crt sehr ungern um diese V.oche noch nach Genf zu­rück zu gehen. Allein es ist hohe Zeit dass ich nun nach München abr-eise de ich leider den Brief vom Onkel der mich einlud mit Adolph und Moritz zu euch zu kommen zu s; et er­hielt. Ich hatte gern die schone Gelegenheit benutzt euch alle wiederzusehen, allein wenn es auch jetzt noch nicht seyn kann so geschieht es diesen Herbst ganz sicher. Von hier gehe ich nach München und bleibe einige Zeit bey dem Vater um dann über Frankfurth nach Güttingen mich zu bege­ben. Nur in der Hoffnung den guten, lieben Vater und

dann Euch wieder zu sehen gehe ich gerne von hier weg denn wenn ihr hier wäret bliebe ich gleich für immer da so wohl gefallt es mir hier; und ich bin sicher dass auch ihr ge­wiss ebenso denken würdet wenn ihr nur einmal bey uns wäret Von Genf wäre ich immer lieber heute als morgen weggegangen allein hier denken wir nicht einmal an Genf; wir sind fast immer ganz allein mit der guten Mad. Prevost und sind uns immer genug. Sie sorgt für uns wie für ihre eigene Kinder und auch du würdest sie sehr schätzen und lieb gewinnen wenn du sie kenntest. Doch auch du bist so glücklich Piege- altern zu haben die wahrhaft väterlich für dich sorgen. Dei­nen nächsten Brief an mich kannst du nach München addressi- ren. Ich will den Vater für dich umarmen. Grüsse alle recht schon von mir und lebe herzlich wohl. Dein dich brüderlich liebender WILHELM.

ocOoo

Göttingen d. 21. Oct 1812 Eeste Schwester

Um dir zu zeigen, dass ich

euch V.ort halten und dir recht oft schreiben will; ergreife ich die erste Gelegenheit dir wenigstens zu sagen, dass ich glücklich angenommen bin und dass es mir bis jetzt hier gut geht und auch recht wohl gefallt. Der Nähme vom Vater hilft mir sehr viel; man sieht mich fast gar nicht als einen Fremden an und alle Professoren haben mich aufs freundlich­ste aufgenommen.