^• ass ^er £ anze Himmel rein und ohne Wölkchen war. wir stiegen sogleich hinter den Sennhüttchen weiter nach dem schon von der Sonne vergoldeten Buet. Du musst wissen > dass dies einer der höchsten besteigbaren mit ewigem Schnee bedeckten Berge ist, und dass er auf der anderen Seite von ohamounix dem Montblanc gerade gegenüber liegt. Erst giengs noch über diesen dann über steile Fel senschurr-en und bald standen^wir vor einem grossen susserst abhängigen Schneefelde, über eine Stunde breit, über das wir gehen mussten; ich zog meine Eisstacheln (Crempons) an ein Führer gieng voraus und machte mit der Ferse und dem Stock Fusstapfen in denen wir langsam einer hinter dem andern folgten. Ware hier einen Fuss ausgeglitten, so wäre man eine Viertelstunde aul dem steilen gefrornen Schnee hingerutscht und dann in einen tiefen Felsenschlund gestürtztdoch glücklich kamen wir vorbei. An einem andern Orte rutschten August wirklich eine Strecke hinab allein ein Führer hielt ihn auf und der Ort war auch weniger gefährlich. W T ir stärkten uns durch ein Glas Wein mit Schnee vermischt und einem Stückchen Chocola- de um den Gipfel vollends zu erreichen; sonderbar war dass wir fast alle den Geschmack verloren hatten: die Chceolate schien uns wie Erde. Nun giengs immer höher, abwechselnd ü- ber Schiefer Felsen, grosse Schurren und Sahneefelder; der Himmel ward immer dunkelblauer, ja auf dem Gipfel schien er uns gar schwärzlich; die Luft ward dünner; wir mussten oft Stillstehen um Athem zu schöpfen, endlich kamen wir an den letzten Felsen wo ein grosser Physiker Pifftet aus Genf den wir kennen ein ganz kleines Hüttehen von Steinen mit seinem Führer gebaut hat; es lag vc 1 1 Schnee und heisst le Chateau Piktet. In fünf Minuten waren wir nun auf dem Gipfel, es ist ein runder Rücken von Eis das aber mit einem hartgefror- nen Schneafeld bedeckt ist und auf der Südseite in einer steilen Wand herun'tersteigt. Denke dir unsere Entzückung als wir hier anlangten und die ganze unermessliche Aussicht hatten. Nirgends war ein Wölckchen zu sehen alles klar und heiter. Man sieht den Genfersee den ganzen Jura die Berner Alpen das Vallis die Gottherdsgebirge den Mont Rosa und auf der andern Seite bis zum Mont Senis hin. (Herr Engelmann zeigt dir auf einer Karte wo diese berge alle liegen wenn du ihn darum bittest) V^r uns erhob sich aber über alle anderen Hohen der Montblanc und seine Nebengebirge wie ein König und seine Trabanten. Erst wenn man selbst hoch ist sieht man seine ganze Grösse, denn was uns in St Gervais als sein Gipfel erscheint (der Dom du Goute) liegt hier tief unter ihm. Er ist ganz weiss mit ewigem Eis und Schnee, bedeckt und fast ohne Felsen allein links und rechts stehen riesenmässige Felspyramiden in die Luft zwischen denen grosse Gletscher wie Strome von Fis ins Thal hinuntersteigen. Doch ich kann dir unmöglich das erhabne Schauspiel beschreiben; vielleicht kannst du dirs besser denken wenn du einmal Zeichnung siehst die ich von der des Herrn Ritter kopieren will denn er hat mit vieler Lühe während ihm die Finger fast steiffrohren den ganzen Gesichtskreis gezeichnet. Ich konnte kaum einen kleinen Theil davon zustande bringen, man ist so geblendet von dem Schnee so matt und schläfrig von der dünnen Luft und dabey blies ein so kalter fiKd Nordwind dass man fast nichts machen kann. Nach zwey Stunden stiegen wir wieder herunter und machten einen Weg der uns im Steig® viertehalb Stunden gekostet hatte in zv.eyen. Auf einem Schneefeiü das nicht zu steil war rutschten wir eine grosse Strecke auf den Fersen herunter indem wir den Stock fest hinter uns hielten und uns darauf lehnten, dies ist die Art