furt zubringe. Doch so gar schlimm geht es uns doch auch nicht, nur vermissen wir euch*, sonst sind wir sehr zufrieden. Wir wohnen bey einer sehr echtungsweithen rraj, alle Leute sind aus.-erst artig und zuvorkommend ge­gen uns, und um die Gegend müsst ihr uns beneiden. Neulich haben wir eine Heise nach dem* Che. neun ix Thal gemacht. Du nennst es ja, es ist das, wovon der Vater das schone Bas­relief hat; vielleicht erinnerst du dich auch noch an das kleine grüne Plätzchen, welches wie eine Insel in dem: gros­sen. *eissen Schneef^ide liegt, und der Jardin heisst. Da waren wir nehmlich. Nachdem wir 5 Stunden beständig auf dem Eis gegangen und über manche tiefe S 7 alten gesprungen , oder an den Felswänden herumgeklettert waren, genossen wir daselbst,, im schönsten Sonnenschein, den Anblick des Mont­blanc dicht vor uns. Wir wp.ren da in einer ungeheuren Ein­öde; sahen nichts als ein grosses blendendes Schneefeld und Nadelspitze, aber ganz nackte Felsen um uns und einen dun­kelblauen Himmel über uns; kein lebendiges Wesen ausser ei­ner seltenen Drosselapt (Steinamsel) oder den Murmelthieren di? von Zeit zu Zeit hell pfiffen, war zu sehen, noch zu hören; ja keine Pflanze ausser dem feinen dürren Grase auf dem Jardin seiest. Schade dass wir nicht länger dableiben konnten, weil wir noch 8 Stunden bis nach Chsmounix zurück hatten. Du wirst es mir- kaum glauben, wenn ich dir sage, dass ich auf dem Eis? gewaltig schwitzte und gleich dane- Den die besten Erd- und Heidelbeeren pflückte und doch will ich dir hier ein schönes Pflänzchen (Gentiana) schicken, die ich fast auf dem Eise selbst abbrach; sie stand nehm­lich auf einem kleinen Häufchen zertrümmerter Steine die darauflagen. So eben schreibt mir der Onkel, dass er kürz­lich einen Brief vom Vater bekommen hebe, was mich sehr x freut, denn seitdem ich hier bin habe ich noch nichts von ihm gehört. Morgen machen wir eine kleine F.eise nach Vevay, vrelcnes auch am Genfer See liegt; wir werden da Herrn von Türk mit s-inen Jungen treffen und unsern Herbst in ihrer Gesellschaft feyern. Ich will Adolph und Moritz von dir gr-üssen, wie du es mir auf getragen hast.

Lebe wohl, grosse Herrn und Frau Engelmann sammt allen meinen Verwandten und Freunden recht herzlich von mir und vergiss euch nicht deine lieben Freundinnen die sich meiner erinnern. Dein dich innigst liebender Bruder Genf den 23. Sejt. 1811 l . SOMMERRING

Auch ich grüsse dich recht herzlich liebes Sett­en en und den ganzen fröhlichen kreis kleiner und grosser F'reundinnen die dich umgeben, frage die Reihe um ob zuwei­len noch meiner gedacht wird. Mir macht es die grösste Freude mich zu meinen guten Schülerinnen zurückzudenken. Könnte ich euch einmal hier bey mir sehen dann wollte ich euch merkwürdige Dinge zeigen vor denen ich oft ob ich gleich schon seit 2 Monaten sie fast täglich sehe, doch voll Bewunderung stehen bleibe. Nur einen einzigen Abend wünsche ich euch hierher zaubern zu Bonnen, damit ihr den Untergang der Sonne über dem See und das Glühen der Eisber- ge sehen konntet. Du bist doch noch so w ? ohl wie sonst? Wilhelm ist kerngesund, er spricht französisch wie ein Daus und lebt ohne Sorgen. Auch italienisch parlirt er zu­weilen, doch fürchte darum nicht, dass er die deutsche 2 p Sirache vergisst: mache ihn nur tüchtig Briefe schreiben, damit er in""der Gewohnheit bleibt. Grüsse ja Frau u H/ Eng3 elmann und sage ihnen, dass wir uns ausserordentlich wohl