München, d. l.Märg 1915 .
Viel Glück und Segen Mein Theuerster / gu Ihrer neuen Beförderung, die denn doch grossen Voriheil für Sie "bringen kann, wenn sie gleich mit etwas Zwang f der doch durch jenen leicht ^aufgewogen wirdj verbunden ist. Freylich werden Sie der Zootonie sich weniger widmen können und dürfen, aber dafür doch bei einem so consequenten und liberalen Monarchen manches Gute in diesem Fache durch Andere stiften können*
£as Locale des alten Schlosses ist herrlich . Wie sind Sie so glücklich in diesem Stück gu Tübingen und Stuttgardt .
Mir hats noch nicht gelingen wollen seit Cassel etwas ähnliches gu erhalten, wo ich freylich in diesem Stücke mein Gutes genoss / » Ihre trefliche Abhandlung über die Lage der Eingeweide des Beckens hat mir viel Vergnügen gemacht . Wären wir gusammen auf einem Theater gewesen, so hätte ich Sie noch auf einige Klei nige^keit en aufmerksam machen mögen .
Ich denke, da Sie nun näher Sr. Majestät sind, so werden Sie mir doch dann und wann ein A ffengehi rnchen gukommen lassen . Den dasselbe enthaltenden Schädel schicke ich Ihnen auf Verlangen frisch oder skeleiiert gurück . Ein einäugiger Affe würde mich vor Allem am meisten interessieren . Am Ende schicke ich Ihnen auch wohl auf V.langen das Gehirn selbst gurück, denn ich will mich blos selbst unterrichten, durch eigenen Augenschein .
Um einen Kängeruh Kopf habe ich Sr. Majestät durch E. Er.v . Matthisson vorlängst bitten lassen, damit ich Ihre schöne Abh . des sonderbaren Ventrickeis selbst in Augenschein nehmen könne .
Aus Wien habe ich das Skelett, leider aber ohne Kopf i eines noch ächt Eeuholländisehen Kängeruhs nebst den Genitalien im Weingeist, von einem Männchen erhalten. Ich hoffe" dass Sis der gugesagten Erfüllung meiner Bitte nicht entgegen, sondern vielmehr förderlich seyn werden, gegen Erweisung des Reciprocums .
Gewiss werden Sie mir denn doch gönnen so reich als Spix gu werden, der ein Gehirn vom Kängeruh in Weingeist besitst, es aber nicht anrühren lassen will, ja mich es nicht einmal sehen lässt .
Und wenn ich denn auch in diesem mir billig scheinenden Wunsche nicht bey Ihnen Gehör und Unierstütsung fände, so binde ich Ihnen denn doch wenigst ens im Mahnen aller Physiologen auf die Seelen voraänain alle Einleitung und alle Anstalten gu treffen, um das Elephanten Gehirn ^für Ihre Sammlung gu gewinnen . Sorgen Sie ja bey Zeiten für dagu geeignete Sägen . einen geschickten Enthäut er, verständigen, kräftigen Aufseher, ein schickliches Glas, starken Weingeist von wenigsiens 60/1ÖG Alcohol, denn lange kann und, wird das Thier gewiss nicht leben . Leider floss das Gehirn meines in der grös st en Eit ge des August gestorbenen Elephanten gu Cassel, wie ein dünner Brey aus seiner Schaale, ehe ich noch den Kopf gänglich abgelöst hatte, t rot g aller Schnelligkeit und Nacht Arbeit , weil das Fell sum Ausstopfen wie billig abgelöst werden musste .