München d, 18, April XI7,

Theuerster Freund und Gönner ,

Die Freude, die Sie mir dh gefällige Sehersendung der allerliebsten Skelette gemacht haben, kann ich Ihnen nicht gross m ge?iug beschreiben, Wie viel Aufklärung bin ich Ihnen dadurch über 'meinen fossilen Gavial schuldig ?

Da ich erst vorgestern meine Vorlesung halten konnte, non mea culpa der ich längst fertig war, so werden Sie verzeihen, dass ich so ungebührlich lange dieses anvertraute Gut behielt,

4

Dafür habe ich aber mit grös st er Sorgfalt an sehr vielen Stellen diese herrliche Stücke sorgfältig repariert, sodass ich sie in einem, merklichen dauerhaft erten Stande zurück sende, als ich sie empfing, Schwerlich waren ihnen manche Knicke u,s,f, blos im Transporte passirt - auch manche Gelenke z,B, der Zehen waren ursprünglich ein wenig verrenkt, Da H,College Hofacker sie wahrscheinlich zurück führt, so werden sie auch um so sanfter * transportirt .

Der eine scheint mir Crocodillus vulgaris a^unette de la Guyana der andere nicht heierops, sondern zuv erläs sia acutus a museau affile on aigu de la -Dom. Dieser war mir äusserst willkommen weil er sich auffallend dh, < 2 . Schwanz, so wie schon dh,d, Kopf dem grand Gavial so wie dem fossilen Gßvial merklich mehr als der vulgaris nähert - und offenbar Cuviers Bemerkung » dass nur die Köpfe der übrigen Gerippe der Crocodile weniger von einander verschieden seyn, gewaltig einschränkt, wie sich auch wohl schon a priori vermuthen Hess,

Tausend Dank also für die dadurch gewonnene Belehrung,

Ich habe einen Crocodilus lucius von fünf Buss Länge erhalt en, den ich skeletieren werden, und erwarte noch einen Gavial ~

Sonst besitze ich blos le pelLit Gavial und Cr, helerops im Weingeist, Sonst noch einen schönen Kopf von C, vulgaris und Zähne von einem sehr grossen Krokodill,

In Ihren Schenkeldurchsc 7 .nitten bewundere ich die x Genauigkeit und Deutlichkeit der Darstellung,

So viel habe ich wohl gesehen, dass ich wenn ich dies 'Studiren fort setzen will, ich mich wenigstens auf 4 bis 6 Wochen bey Ihnen aufhalten muss,

Da nun so schöne friedliche Zeiten eintreffen, so kann es dann doch unserm guten Meckel gewiss nicht an guter Unterkunft fehlen.

Melden Sie mir doch ge fällig st zu meiner Beruhigung die glückliche Rückkunft der Skelette, und seyn Sie versichert dass es mich glücklich machen wird, Ihnen* GefEiligkeiten zu er - weisen.

Meine Eochaohtungsvollste

Empfehlung an Ihre fürtrefliehe

Gattin

von Ihrem

S,Th, v, Soemmerring,