Wittwoch

d. 6 Nov 93.

3G

Abends

».eine Hoffnung ward gestern Abend erfüllt aber erst ein paar stunden nachdem ich meine Zeilen an dich Ein­zige Eetty abgeschickt hatte; so wirds mir hoffentlich auch heut gehen.

Me glücklich bin dass du mich so lieb hast und bey mir so froh seyn willst; aber ich verwildre wieder ganz ohne dich.

Ich denke Dr Webster wird Wort halten und mir schreiben zum Theil ists sein eigenes grosses Interesse, wie ich dir weitläufiger mündlich erzählen will.

Ich versäume wahrlich zu viel denn ich muss die Anatomie wieder einrichten, mich mit denen die sich zu den Oollsgiis melden verabreden usf. so dass ich nicht füglich, «enns nicht seyn muss abkommen kann.

Das Geld für den Papa wellen wir der Warna mitge­ben deren Besuch mir- äusserst angenehm seyn soll.

Der Korb soll morgen aufs tearktschiff gehen.

In Mainz ist nicht ein Schatten von Aufruhr gewe­sen. Ein Franzose der £C Prügel wegen seines Schimpfens auf die Königinn haben sollte, die er gewiss nicht ausgehalten hatte, entdeckte gegen Nachlassen der Strafe, dass einhun­dert neue Gewehre unter dem ~ar^uet im Schloss versteckt lagen und nicht abgeliefert worden wären; die man denn auch nebst Bley und Pulver richtig fand das gab nun zu aller­lei Gerede Anlass, allein das ganz einfache von der Sache ist, dass man nicht hergiebt wenn man nicht muss , denn die Preussen desarmirten die Garnison anfangs nicht sondern erst spät, nach entstandenen Irrungen; dass nun Soldaten gerne ihre Gewehre behalten, ist wohl natürlich. So wenig ich meinen Degen den Franzosen schickte so wenig hätte ich ihn den Preussen abgeliefert.

Der Wein wird gut besorgt.- Küsse den kleinen Boy und grüsse alles herzlichst Dein alter

£g.

Ich glaube du thust besser du nimmst Post denn Trink­geld wenigstens 1 Freylhl und Zehrung wohl nicht weniger,- doch wenn du mögest sc brauchst du nur durch Gondards Be­dienten (gegen Trinkgeld) die Pferde dir auszubitten. Sonst schreibe ich recht gerne ein Biliet an den H Hauptmann.

ooOoc

Freytags Abends d. G. Nov 93.

(Landau)

Dank für dein tröstliches Schreiben von gestern Abends. Ausser dem Wein vermissen wir nichts als den Spa­den aus dem Garten, den aber auch ein Karcher, für den ich doch noch dazu flenne gewarnt hatte mitgenommen haben kann.

Der Schliesskorb muss doch oben seyn.

Von Landau klingen heut die Nachrichten viel bes­ser, es wird im Ernst bei: au nt et, dass es cepitulire, so viel ist richtig, die Preussen die hierher marschirten be­kamen ordre wieder zurückzukommen, vielleicht hat die Er­scheinung der Kaiserlichen der belagerten Sinn geändert.

Heute soll die Regierung beschlossen haben dass die Eigenthümer eines Hauses 2/3 und der Bewohner 1/3 tra­gen soll, und zwar ohne Unterschied des Standes, also zahle ich künftig nur 100 1/3 der Miethe.

Auch ist heute der herrliche Wein von Fist 45 bouteilles denn eine war zerbrochen im Briefe stand 47 aber