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Georg Augustus Universität (Gottingen) d 19 November (1774)

Hochzuehrende Mama.

Die Ursache warum ich auf einem blatte euch an Sie Theuerste Mutter schreibe wird Ihnen ohne es anzugeben leicht deutlich seyn. Viel gutes unter-wegens genossen dass ist wahr Dass ich nicht krank od schwächlich geworden wundert mich selbst. Meine Natur muss doch ziemlich viel vertragen können allein stürmen will ich sie nie, es sey denn durch

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Fleiss. Nun fällt mirs erst vor Lei* zig aus dem Postwagen ,s; mich auf die Erde hinstreckte, sagen. Dass Sie an uns gedacht*

n dass ich eis ich kurtz rang ich der Länge nach Allein diess hat nichts zu >n daran hebe ich wohl nie

Scene plötzlich s nicht erlaubt sey

so recht gezweifelt! Ich halte es für Schande mit einem Bruder zu zürnen lieber will ich in einem Winkel wohnen als mir diesen Schimpf zuziehen man kann ja wohl wenns allenfalls nicht gehen will mit List siegen u die Vorhand behaupten und sein Stück mit Verstand durchsetzen. Ver- lohren habe ich nichts ausser dass ich d Braten d ich mit­genommen' n i cht mehr finden ktnn. Die Eintheilung meiner Zeit habe ich so gemacht dass ich in Ansehung meines Ge­wissens völlig beruhigt seyn kann. Allein d Vorwurf wegen des Caffe trifft mich nicht denn wenn man 2 Tage durch im Regen u Winde gesessen u anderthalb Nähhte gefroren und alsdann um 1L Uhr an ein Kaminfeuer körnt u was warmes in d Leib bekömt u gleich darauf wieder die ändert so weiss ich nicht ob einem die: d gewaltigen Unterschied angenehmer und rauher Empfindungen «inzugeben. Daher jenes annehmliche dieses Caffes in Grabienne daher die Güte desselben. Wenn ich die Wahrheit sagen soll so habe ich die Bemerkung aus dem Munde meiner Reisegefährten gestohlen allein so geth gestohlen Gut verräth sich doch. Vön Podagra habe ich den geringsten Kummer d ich trinke gantz und gar nicht caTfee allein unter- wegens musste ich nicht trinken. Wasser kenn ich nicht vertragen Bier euch nicht es stopft zu sehr und macht dünn jedoch glaube ich d Tag 2 Gläser Bier ist nicht zu viel.

Das vom Bruder hebe ich erhalten. Sie wissen hier das Essen weit besser zu machen als in Thorn denn es ist nicht so gesalzen und delicat wissen sie auch zu fressen. Allein das beste ist meine Zunge kann nicht das geringste gekünstel­te im Geschmack vertragen. Nach Caffe Zucker Ragouts und dergl. führen mir gleich Blasen auf die Zunge auf und Weinstein setzt sich sc dick an die Speichel*davon wie Milch wird. Das allgemein hält man nichts aufs gute durch Fleiss denn hier ist es gantz sehen als in Lpz (Leipzig) Alles mein Thee kalt ds Morgens u. 2 Gläser Eier.

Zähne dass sogar der schönste ist hier essen sondern bloss anders unter den Bur- Trinken ist 2 Tassen u auch d Thee werde

ich abschaffen sobald ich meinen Vorrath ausgebrauchet. Der Thee ist überflüssig und ieji glaube es sey auch nicht zum gesundsten sich die Eingeweide damit ds Morgens zu brühen.

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