Goettingen, d 19 Nov. 1774

Hochzuverehrender Papa

Sie können es nie glauben wie ausserordentlich

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vergnügt ich durch Ihren Brief d ich den 17 Nov em ber erhielt gemacht wurde. Sie müssen mir meine beyden ersten Briefe zu gute halten weil ich sie unterwegens geschrieben. Dass mein Brief aus Gottingen es wieder gut gemacht, freuet mich besonders. Auch Jetzt muss ich um Verzeihung wegen des gar zu kleinen Schreiben (quo ad litteres) bitten es geschieht nicht aus Liebe zur Signatur dass ich diesen Brief .so Klein schreibe sondern um recht viel in einen Einschluss zu schreiben .-7 Haben Sie doch d Güte und erinnern Sie mich wofern ich nicht leserlich geschrieben. Dass ich von Opitz nichts geschrieben körnt drher weil ich glaubte dass er selbst Briefe dringenderveise in unsre Gegenden an seine Freunde in Thorn Praetorius und viele andere schreiben würde.. Ich nahm in Berlin von ihm in meinem Logie Abschied & er kam v zu mir. Der Coffre hat mich nur von Berlih bis Wittenberg 1 Thl ?.3 gg Sr von Witteberg bis Leipzig 1 Thl gekostet. Ballast ist er mir nicht gewesen. Dass sie meine Collegien Wahl billigen beruhigt mich sehr ich richtete mich darin na~h Ludwigs u Heisters Rathe d in i/.illers moralisch Schilderung steht. Dass ich nicht über 2 privat Collegia annehmen soll habe ich in so fern überschritten als ich d Physik bey Prof Erxleben angenommen ier sie gantz vortreff­lich lehrt. Uber sein Compendium liest man auch auswärts und nicht nur in Göttingen. 2tens that ich es weil ich noch ziemlich viel Stunden frey hatte und es leicht geschehen könte dass die Stunde der Physiek (wo sie noch solte gelesen werden) im Sommer Semostre mit medicinisch publicis in Collision kommen konten. 3) Ich sie doch im 2ten halben Jahre hören müsste und weil sie 4t,ens) Hie public gelesen wird. Ich suche die Bezahlung durch Besparung an anderen Sachen herauszubringen und dies geth mir auch gantz leicht an. Ich habe alle Collegia praenumerirt dadurch macht man sich gleich bey einem Professor angesehner. Ich esse keine Butter Trinke keinen Caffe in Gottingen habe ich ihn ausser ßmahl bei Kries und Smahl bey Rheyern nicht geschmeckt.

Auch esse ich zu Abends nichts als von Mittag übriggeblie- benes trockenes Br-odt Keine Milch trinke ich auch nicht.

Als Delicatesss lasse ich mir selten ds Abends ein wenig trockne Pflaumen kochen. Han tragt hier alltags keine Kanchetten diess macht eine kleine Besparung an Waschgeld. Daher wird es mir leicht diess Geld geben zu können. Ich bin mehr geizig eis verschwenderisch. Publice höre ich bey Krisberg de generatione animalia über Hallers Physiologie (d Kleinere) bei Erxleben über die Würtenbergsche Pharma- copoe und zwar über d 2ten Teil nehmlich die praeparation Sr d composition SimpliciumjfRegn mineral £ten Regn Vegetab wc er anjetzt steht von d focculis ob er gleich von d meisten r . , . **' " " * - " Decoctis Bob

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