des Herzog*nebst anderen von der Noblesse. D Orange Garten der sehr prächtig aus Quadersteinen aufgeführt wird. Die Gegend um Gotha ist vortrefflich und die -Aussichten unver­gleichlich. Die Grotte im Garten ist mehr ein heller Tempel als eine düstre Grotte. Wir genossen so viel Güte von Hn Pommer seiner Gemahlin und seiner Schwägerin des Hn Rectoris Kries Schwester dass uns unser Aufenthalt in Gotha garnicht » gereute. Hierzu kam noch das man uns alle Ausgaben die unsre Reise nach Göttingen uns nothwendig verursachte, zu besparen suchte da uns ohnehin der gantze Aufenthalt nichts gekostet hat, weil wir bey Hn Pommern als Bruder und Vetter angesehen wurden. Er verschaffe uns Gelegenheit das Arsenal zu sehen, welches sonst etwas schwer halt. d 9 früh um 6 reisten wir nach Göttingen mit eigner gemietheten Gelegenheit ab und kamen des folgenden Tages allhier an; Wir hielten bey Rheyern an, allein da er mit Kriesen eusgegangen war so fuhren wir grade vor das Logie des Kries. Traten daselbst ab und schliefen eine Nacht in seinem Logie. Gestern als den Uten Hessen wir uns immatriculiren. Jetzo ist H D Petr Miller (der Verfasser der moralischen Schilderungen)Prorec- tor. Weil der Bruder eine Matrikel aus Leipzig eufzuweisen hatte bezahlte er nur 2 R Thl allein ich musste 4 Thl Lieent- geld welches er ausdrücklich forderte.bezahlen. Sie glaubten wir würden mit einem preussischen Thl abkommen, allein dies ist unmöglich den der Megnificus behalt hiervon accurat d geringsten Th*eil. H D Miller ist ein ausnehmend leut- seelger und menschenfreundlicher Mann. Er unterhielt sich mit uns über eine viertel Stunde. Bey D Wrisberg war ich' heute; ich habe die anatomischen Demcnstrationes bey ihm angenommen wofür ich 6 Thl praenumeriren musste. Bey H Ircf Fed r höre ich Logik und Metaphysik für die i?h 3 Thl pr&enumer-irte. H D frisberg ist sehr höflich und versprach t mich mannigm&hl im Logie zu besuchen und sich zu erkundigen wie es mir in Göttingen gefiele. Er sagte wenn er ein Cadaver bekäme würde er schon Montags d 17 anfangen. Ich schliesse und verharre mit der grössten Ehrerbietung kind­licher Liebe und Hochachtung Ihr gehorsamster* Sohn

S. T. Soemmerring

In der Wahl meiner bey-^den Collegiorum habe ich mich theils najh Ihrem mündlichen Befehle, theils nach des D Ludwigs Methodo Doctrin&e med inscribuend gerichtet. Ich erwarte mit brennender Begierde Ihre 'Antwort und Befehle über meine Aufführung und Verhelfen. Erfreuen sie doch hiermit so bald es Ihnen nur Geschäfte und Zeit erlauben Ihren Sie Jederzeit über alles schätzenden und verehrenden Sohn.

Wie eifrig wünsche ich Ihren Wünschen durch Fleiss und gutes Verha1ten,zu entsprechen; und das zwar umdesto mehr Je schwerer es Ihnen bey d beweinungswürdigen Schickselen unserer Stadt wird Trost und Freude zu finden; Je saurer es fallt, Uns Kinder mit dem zu versorgen welches doch hauptsächlich mit der Nervus rerum gerendarum ist Ent­schuldigen sie das schlechte Schreiben meiner beyden letzten Briefe - Ich verdiene Vorwurf allein* verzeihen Sie ich