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Hn Licentiat Thalemann sprach ich auch. Drauf ging ich in Reichs Buchhandlung und bestellt die mir von Hn Professor Metzler aufgetragene Commission worüber innliegender Schein folget & ich Sie ersucht an den Hn Professor abzuschicken nebst der Versicherung meiner'gantzen Ergebenheit; Ich habe mir vorgesetzt an ihn sowohl als auch an Hn Rector Kries noch besonders zu schreiben. Ich würde es auch zuver­lässig schon gethßn gehaben wenn es mir der Mangel der Zeit die ich jetzt habe zugelassen hatte. Doch ich kehre wieder nach Leipzig zurück. Der jüngere H Pohle hatte die Güte uns ins Richterische Naturalien Cabinet selbst zu führen.

Es hat auhser Mineralien und Erdstücken eine Menge.Couchy- lien und eine Anzahl von Gemmen und geschnittenen Steinen ferner sind euch einige schone Cemählde in diesem Cabinete vorhanden; die beyden jungen Richters waren selbst zugegen. Ferner sah ich in Wendlers Gerten das Ehrendenkmahl des Gellerts von Oesern aus sächsischem Marmor gearbeitet an welchem insbesondere der Kopf von Gelierten sehr schon gearbeitet ist. Er ist nach antiqua in seinem'Haar darge­stellt. Leiter gingen wir in den grohs posenschen Garten. Auch vergahs ich nicht Hn Tschaken zu ersuchen mir sein Cabinet zu zeigen; Man sieht diesem Manne gleich beym ersten Anblicke an, dahs er ein besonderer Spiriguncus (?) sey. Sein Cebinet ist grohs, es besteht aus 50 Schubladen . deren eine einzige 5mahl gröhser als mein gantz Cabinet war; Es ist rein und in der grohsten Ordnung; Seine Ord­nung ist nach den Linnaischen Systemeta eingerichtet. Was mich auhserordentlich wundert ist das er seine Insekten nicht praparirt sondern nur darauf bedacht ist wie er die Flügel und Fühse gehörig ausbreite. Er besitzt verschiede­ne Ostindische und Surinamsche Inseckten und überhaupt scheint er starke Correspondance in Ansehung dieser Materie zu besitzen und zu führen. Sein Vorrath von lebenden Raupen und Puppen,war auch gantz.beträchtlich. Bey Hn . Tschaken waren wir 2 Abende und einen hatten wir ihn solo wegen des Geldes zu uns gebeten. Durch seine Bemühung erhielten wir dass wir nur auf jedem Stücke von d preuhsi- schen falschen Gulden 1 Pf verlchren welches wir fast ei­nem Glückszufelle zu zu schreiben hatten Qualle Wechsler in d Stadt wolten uns wenigstens 12 Pf Stück für Stück verlieren la sen. Aber H Tschake brachte es bey einem Juden an, der es uns gegen Louis d' 0r auswechselte. In Leipzig gilt der Louis d.'or 5 Thl der Dukaten 2 Thl 30 G#' Allein hier gilt der nur 2 Thl 6 g und der Louis d'or 4 Thl 16 g Man rechnet hier nach Marieng.von denen drey zwey gute Groschen eusmachen also halt ein gg ^inen und einhalben Mrieng. Doch bezahlt man in Louis blancs so zum Exempel das Logie Fuhrwerk Collegia etc so nimt man ihn für 5 Thl. Allein im Einwechseln gilt er nie mehr als 4 Thl* 16 G* Ja sogar für Collegia fordern die Professores Louis d'or in Licent Gelde das ist men muss noch 8 g hinzulegen. Verzeihen sie mir diese Ausschweifung. Mit Hn Gillern heb ich gesprochen. In Taucha bin ich nicht gew-sen, den was hatte ich da verlohnen? Michaelis Tag gingen wir in die Johannis Kirche vor dem Thore und besahen