Einladung

zu einem

Pflanzen-Saamcn- und Insekten-Lausch.

Aufgemuntert durch eine Anmerkung des einsichtsvollen und vortrefflichen Herrn Herausgebers unseres sehr schätzbaren Hesperus, daß sich mein Vor­schlag in Hinsicht einer Pflanzentauschanstalt von selbst sehr zu empfehlen scheine, und von der Ungewißheit geleitet, ob die k. bair. botanische Ge­sellschaft zu Regensburg diesen meinen bereits von mehreren Seiten ge­billigten Gedanken rvsNslreir möchte, habe ich mich selbst entschlossen, die­sen Tausch zu beginnen. W,ie die Liehe zur Wissenschaft erhalten und ge­nährt werde, wenn sich der Anfänger gleich Anfangs in den Stand ver­setzt sieht , seine begonnene Sammlung mit vielen bereits bestimmten Ge­wächsen oder Insekten zu vermehren," wird jeder Freund dieses Wissens nur zu gut aus eigener Erfahrung bestätigen können. Wie angenehm wird es ihm auch demnach seyn, sich gleich in den ersten Jahren seiner wissenschaftlichen Laufbahn mit einem großen Theile von Naturforschern zu befreunden l Der weiter vorgerückte Naturforscher wünscht dagegen oft Pflanzen oder Insekten, selbst gemeinerer Art, zur Vergleichung oder bloß aus dem Grunde, um mehrere Exemplare zur genauer» und öfter» Untersuchung von ein und derselben Art in seiner Sammlung aufzubewah­ren, zu erhalten. Wie vielerlei kostspielige Verbindungen sind nun erfor­derlich, um seinem Zwecke näher zu. rücken? Welcher Geld- und Zeitauf- avand wird dazu erfordert, um diesen Zweck möglichst zu realiffren? Wer endlich seine Sammlungen durch den Ankauf von Pflanzen ober Insekten vermehren will, wie viele Arten muß er hier kaufen, oft theuer kaufen, um einige wenige ihm noch fehlende Arten zu erhalten? Der minder be­mittelte wird natürlich durch diese Hindernisse in einem sonst so reizenden Studium, durch die Unmöglichkeit eines schnellen Weiterschreitens zurückge­schreckt, und die Wissenschaft verliert oft einen ihrer Verehrer, der den besten Willen hatte, und vielleicht sehr viel zu leisten im Stande gewesen wäre. Damit er itzt den Wünschen eines seiner Correspondenten genügend entspreche, braucht er oft Jahre, eine Mem.e Reisen, die ihn seine näch­ste Umgebung vernachläßigen heißen. Jeder Einzelne kann daher gegen­wärtig nur mit wenigen Naturforschern in nahe Berührung kommen, nur wenigen bekannt werden. Ich befinde mich selbst in dieser Lage, und von eigenem Bedürfniß ergriffen, entspann sich der erste Gedanke zu dieser Tauschanstalt. Ich finde nichts leichter, als, daß jeder Naturforscher die Eigenheiten seiner nächsten Umgebung in Mehrzahl einsammle, weil diese ohne große Beschwerden zusammen zu bringen sind, jedem andern will­kommen seyn werden, und ihm nützlich, weil er für diese verhältnißmä- ßig enlschädiget wird. Pflanzen, die einer Gegend eigen sind, kommen daselbst auch häufig vor, und es ist oft ohne alle Beschwerde eine Parrhie von 2 400 Exemplaren in einem halben Tage gesammelt. Erhalte ich nun statt 4 oder 8 Pflanzen a 25 Exemplaren, 75 oder 150 ver­schiedene, mir noch fehlende, oder von mir gewünschte Arten, welcher

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