Hieraus folgen drei Mitglieder deS Comitö'S, nach welchen eine Abtheilung der Stadtwehr den Fest-Zug Meßet.
Die Abtheilungen der Stadtwehr, welche den Festzug ve- aleitey, versammeln sich Morgens um 7 Uhr und besetzen die Mätze, wo sich der Zug aufstellt. , . .
' Auf dem Roßmartt ist ein großes Fest-Lokal erbaut, m welchem die Plätze für hohen Senat, löbliche ständige Bürger- Repräsentation und die Hochansehnliche gesetzgebende Versammlung bezeichnet sind. An den beiden Seiten dieses Fest-LokalS sind numerirte Plätze zum Sitzen und in, dem Inneren der Festhalle Plätze zum Stehen eingerichtet.
Die ganze Faeade des RoßmarktS nach der Hauptwache und den englischen Hof bleibt frei und uribchauet.
An der oberen Seite deS Fest-Lokals ist ein großes Monument aufgerichtet, welches die Erfinder der Buchdruckerkunst,, Gutenberg, Fust und Schösser, zeigt, und aus die hauptsächlichsten Bezüge hindeutet,, in welcher die Buchdruckerkunst zu den Hauptthätigkeiten deS menschlichen Geistes stehet.
Eine detaillirtere Beschreibung dieser von Herrn v. Launrtz entworfenen und auSgeführten monumentalen Decoration wird am Tage des Festes ausgegchen werden.
Sämmtliche Gesangvereine und Musik-Chore, welche — wie die andern Theilnehmer des FeftzugS — in der. Nähe deS Monuments pla^irt sind, werden von Herrn Kapellmeister Guhr dirigirt. ^ r __
Nach der Feier wird der Zutritt zu diesem Monument
Jedermann gestattet. -
Der Festzug durchzieht mit allen seinen Abtherlungen die Festhalle, tritt an der oberen Seite wieder auS und nimmt alsdann diejenigen Plätze ein, welche für sie eingerichtet sind. * ßämmtliche Inhaber von Plätzen haben daher Gelegenheit, von ihren Sitzen den Festzug in allen seinen Einzelnheiten in .der Nähe zu beaugenscheinigen-
Um Andrang zu den Sitzen, so wie sonstige Storungen W verhüten, sind acht bis zehn Eingänge zu den verschiedenen Sitzen und Plätzen angebracht worden. Sowohl durch äußere Hinweisungen, als auch durch weitere Andeutungen auf den BilletS, sind die Eingänge bezeichnet, welche zu den numerirten Mätzen führen. ^
,El'n Bataillon der Stadtwehr hat diesen Morgen den Dienst auf dem Roßmarkt.
Är Leitung und Handhabung aller weiteren daselbst vor-
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Seiten deS Comrtö's mehrere Mitglieder dazu ernannt worden.
Die Mitglieder des Comitü's, welche am 24. Juni im wirklichen Dienste sind, tragen über die Weste ein Band mit der. Stadtfarbe.
Der Feftzug wird bei seinem Eintritte, in die Festhallen hou, hssn daselbst ausgestellten beiden Musik-Chören begrüßt, worauf alSdann die ganze anwesende Vocal- und Jnstrumental- MMk den Fest-Marsch von Stünz ausführt.
iRfich einem großen Choral hält Herr Pfarrer Dr. Frie- dexi ch eine Festrede, an deren Schluß eine Jubel-Musik er- schstW während welcher die Enthüllung des Monuments geschieht und an welche sich daS Tedeum von Neukomm an-
Mit der Enthüllung deS Monuments wird die Werkstätte der Weßthätigkeit sichtbar, woraus die daselbst aufgestellten Pressen- älterer und neuerer Erfindung in volle Thätigkeit gesetzt wexhen. Das Lied: „ N u n danket alle Gott" wird gchruA Md vertheilt. Hierauf wird dieses Lied unter Be- Dtunßilder Musik von dem ganzen auf dem Roßmarkt versammelten Publikum gesungen, nach dessen Ende sich die Feier auf dery^ Roßmarkt schließt.
NachMags um 3 Uhr ^ist großes Banguet auf der
Abends glänzende Beleuchtung deS Monuments auf dem Roßmarkt, als womit sich die vierte Säcular-Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst schließt.
Frankfurt a. M., den 11. Juni 1840.
Die Fesiordrruugs - Commission.
Türkei.
(Von der serbischen Gränze, 6. Juni.) Eben ein- ßehenden Nachrichten autz Belgrad vom 3. Juni zufolge ist dort ein großherrlicher Tatar mit einem Ferman eingetroffen, nach welchem dem Fürsten von Serbien in Folge der neuesten Vorfälle aufgetragsn wird, unter feiner persönlichen Verantwortung dafür Sorge zu tragen, daß an der erst bestätigten, durch diesen Fürsten beschworenen Organisation nichts geändert werden soll. Somit ist dem alten Fürsten Milosch der Weg zur Ergreifung der Regierungsgewalt selbst unter dem bescheidenen Titel eines Vormunds oder Rathgebers auf friedlichem Wege gesperrt, dem jungen Fürsten aber der Ausweg gelassen, nach Umständen, jedoch mit Zuziehung der Agenten der Schutzmächte von Rußland und der Türkei, seine Räthe zu wechseln. Welchen Eindruck dieser Ferman auf die von Milosch ange- triebene Opposition machen wird , muß die Folgezeit bald lehren. Fürst Michael hat seine Residenz unter unbeschreiblichem Jubel nach Kragujewaz verlegt. — Der bekannte Simich ist nach Wien abgererst. (8. A. Z.)
Aegypten.
(Alexandrien, 26. Mai.) Unsere Nachrichten auß Bombay reichen bis zum 30. April. Die Einschiffung der Truppen von Calcutta und Madras nach China hatte begonnen, und in wenigen Tagen sollte Alles unter Segel ftyn. Die tiefste Ruhe herrschte in allen Provinzen der englisch-ostindischen Besitzungen , so wie auch bei ihren Nachbarn. Der große Convoi nach Dschellalabad mit Geld, Lebensmitteln, Kleidungsstücken, kurz allem, dessen die im Afghanistan geblichenen englischen Truppen bedürfen, hatte den Pendschab ohne Störung durchzogen. Bei Pefchawer kam der General Sale aus DscheUalabad dem Zuge entgegen, um ihn durch die Keiberpäffe zu führen. Aus Kandahar vom 15. März schreibt man, daß Dost Mohammed wirklich in Bochara gefangen sitzt. — vr. Helfer tß von einigen Bewohnern der Andaman-Inseln (Archipel Mergui) mu 3 /T«icn eriawuen woroen, aw er nach dem Scheitern fernes Bootes sich durch Schwimmen an Bord seines Schiffes reiten wollte. (A. Z.)
I t a l i e n.
(Rom, 4. Juni.) Hr. Villalba entwickelt hier eine große Thätigkeit, indem er sich mit Eifer seines von der Königin Regentin von Spanien erthsslten Auftrages, die kirchlichen Angelegenheiten mit dem heiligen Stuhl zu betreiben, zu entledigen sucht. Es sind nicht weniger als zweiundzwanzig Bischofsitze in Spanien und dessen Colonien vacant und wenn es auch auS mehrfachen Gründen nicht denkbar ist, daß die^vorge- fchlagenen Kandidaten alle confecrirt wilden, so hofft man doch, daß mehrere Diversen einen jahrelang entbehrten Seelsorger in Bälde erhalten. Durch diese Handlung wü de der heilige Vater seinem früher wiederholt ausgesprochenen Grundsatz treu bleibm, auch in Ländern, deren Regierungen nicht von ihm anerkannt sind, sich die Bestätigung der pmconisir- ten Bischöfe, zum Wohl der Kirche, vo. zubehalten. — Eine ausländische Gesellschaft hat dm Plan eingereicht, eine Eisenbahn zwischen hier und Civita vrcchia avzulegen, wodurch jene Stadt unendlich gewinnen, und vollends ganz den Hafen Roms bilden würde. (A. Z.)
An depr Abend-wird das Mpnument auf dem Roßmarkt sestljch erlMchtet.
An dem zweiten Tage, nämlich den 25. Juni, werden auf Hem. PaMePlatz in einem festlich geschmückten Lokal die typo- graphiWM Werke älterer und neuerer Zeit, so wie die sich dazu, er'Mnden Werke und Bildnisse, Büsten und Statüen der bexuMtesten Männer Frankfurts, die sich als Gelehrte ausgezeichnet oder sich sonst um Wissenschaft und Cultur verdient gemM haben, aufgestellt und dem Publikum zur Beschulung Äsitzeq Einlaßkarten eröffnet.
Der Nachmittag ist der Belustigung jn dem Wald und
Deutschland.
(Berlin, 12. Juni.) Die Reise des Kaisers von Rußland von Warschau nach Berlin glich fast den Wirkungen des Telegraphen. Ge. Maj. hatte zu spät erfahren, wie sehr bedenklich der Zustand seines hohen Schwiegervaters fty, und eilte mit Vogelflug hieher; der Kaiser erreichte fein Ziel, er fand dm König noch lebend. (N. C.)
Das Konnte für dis vierte typographische Säkularseier iw Halle macht bekannt, daß wegen Ablebens Sr. Majestät Friedrich Wilhems HI. daß am 18. Juni beabsichtigte Festmahl unterbleiben wird.
-(Merlin, 15. Juni.) Nach einer Mittheilung der heu-
^Li^m.StamSzeitUNg aus CharloLLeNhmg vom 13. d., hatte gn ^rrefmr Ta ze auch eine Deputation des Magistrats und der Madtvero dneten dieser Stadt die Ehre, von Gr. Maj. dem