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@irbar) vor dem Ausbruche der Feindseligkeiten, nach Rußland zum Verkauf geschickt hatte, zu fordern, oder im Weigerungsfälle einige Personen meines Gefolges a!S Geißeln zu behalten."
„Da es dem Serdar nicht gelang, meine Dolm.tfche zu bestechen, so äußerte er unverhohlen, daß er sie mit Gewalt zurückhalten wolle, da beyde aus Äarabagh grbürüg ftyen, welches «r bereits als eine eroberte Provinz und als einen in- tegrirrnden Theil von Persirn betracytere."
„Ich müßte ein ganzes Buch schreiben, wenn ich Eu. Er- eelleaz alle Quälerrym schildern wollte, die ich aushallen mußte, und denen der erfinderische Geist meiner Kerkermeister jeden Tag eine neue Gestalt gab, immer in der Absicht, n..ch um Geld oder Habseligkeiten zu prellen."
„Da ich sah, daß dir Zeit verstrich, und die Antworten auf meine Briefe nicht ankamen, und erfuhr, daß die Englische Gesandtschaft daS Lager des Schah verlassen harte, um Hrn. Macdonald (dem neuen Englischen Gesandten) entgegen zu gehen, überredete ich meinen Mihmandar, sich den Forderungen des SerdarS von Erivan zu widersetzen, und dem Premier-Minister, dessen Creatur er ist, zu verstehen zu geben, daß bey der Antipathie deS Schahs gegen den Krieg, die Feinde ^eS Alajar-Chan, die erste Gelegenheit, die ihnen ein zwei-, ftlhafter Kampf darbiethen dürfte, benutzen würden, um ihn zu stürzen, wenn er nicht schon in vorhinein auf den Frieden dächte, und daß daS einzige Mittel, einen vortheilhaftsn Frieden zu schließen, darin bestände, mich, so bald als möglich, abreisen zu lassen, weil mir persönlich daran liege, unser Eabinett zu einem Vergleich zu bewegen."
„Dieses Mittel glückte mir, und ich verdanke ihm meine Befreyung nach einer fünf und zwanzigtägigen Haft an dem ungesundesten Orte in der Gegend von Erivan, dessen tödl- licher Einfluß auf alle Individuen der Gesandtschaft, Herren sowohl als Diener, den Arzt und seinen Gehülfen mit' inbegriffen, so heftig wirkte, daß sich der Lieutenant Graf Tol- ftoy genöthiget gesehen hat, den Krankenwärter zu machen, und Ader lassen zu lernen, um den Kranken beyzuspringen."
„Hr. Macdonald, der neue Englische Gesandte am Hofe von Teheran, hat bey seiner Ankunft im Lager des Schah erfahren, daß der Befehl für meinen fteyen Abzug bereits erlassen fey; da er jedoch neue Treulosigkeiten von Seite der Perser besorgte, so glaubte er neue Fermanö begehren, und de« Major Montheuh zur Aufsicht über dir Vollziehung derselben abschicken zu müssen; ich befand mich aber schon in Tiflis, als dieser Officier im Lager des SerdarS vor EvLvarr an- kam."
Wir wollen unS nicht so weit erniedrigen (schließt der offi- cielle Artikel), die unwürdige Behandlung, welche der Fürst Mentschikoff unter den Mauern von Erivau erfahren har, in Bezug auf die Verletzung des Völkerrechts zu untersuchen. Die Russischen Heere werden die Rußland in der Person seines Gesandten zugefügten Beleidigungen zu rächen wiffes. Allein je näher man die Thatsachen, deren Schilderung vbege Depeschen enthalten, betrachtet, desto weniger begreift man die Unvorsichtigkeit des Persischen Premier - Ministers , die Schwäche des Schah und die Verblendung des Sohnes, der berufen war, dereinst seine Krone zu tragen. Um eine Macht zu retten, die seinen Händen zui entfallen droht, reitzt der Minister zu einem Kriege, dessen unmittelbare Folge ist, ihm den unauslöschlichen Stämprl der Treulosigkeit «nd Schande auftudrücken, und der in letzter Instanz seinen Sturz unvermeidlich herbeyführe» muß. Um keine Kraft deS Willens zu äußern, läßt sich der Schah in einen eben so ungleichen, al- ungerechten und muthwilligenKampf hinein stürze«. Endlich, um einen Schwager zu unterstützen, zerreißt Abbas- Mirza den Tractat, der ihm ein Königreich sichern sollte. Er selbst entbindet Rußland von seinen Verpflichtungen; er be- raubt sich der Rechte, die Rußland zu ftiuen Gunsten aner- kannthatte, und in Rußlands Augen steigt er von dem Range eines präsumtiven Erben der Krone Persiens, unter die Menge von zahlreichen Prätendenten herab, welche sie nach dem Tode des gegenwärtige» Beherrschers, Thron des
Schah streiten werden. Rußland beklagt nichts destoweniger diesen Angriff. Es liebt den Frieden zu sehr, daß es nicht mit Leidwesen dir Nothwendigkeit eines Krieges sehen sollte: allein es konnte ihm nichts erwünschter kommen, um seine stets rechtlichen Gesinnungen an den Tag zu legen. Der Fürst Mentschikoff ist der treue Dolmetsch derselben gewesen; unter den schwierigsten Umständen hat sein Benehmen ohne Unterlaß die glückliche Vereinigung von Geschicklichkeit und Mäßigung dargebothen. In Gefahren hat er sich mit ed'er Hingebung und tapferem Muthe benommen. Das Benehmen des Geschäftsträgers und deS Gesandten von England am Hofe
von Teheran flößt dem Kaiser dis lrbhaftcffs Zufriedenheit ein- Es war unmöglich, die Muthmaßunge« kräftiger niederzu- fchlagen, welche Uebelgrsinute ohne Zweifel über d-e gegenseitige Stellung Rußlands und Eng-lands in den Persisches Angelegenheiten verbreitet, und Unwissende für bare Münze hiuZenommen haben werden; es war unmöglich, ein besseres Zeugmß für die Vasde, welche die beyden Staaten vereinigen, uud für die Fortdauer jener den großen Europäischen Hi. 7 -n gemeinsamen Politik zu liefern, deren höchstes Ziel, und deren herrlichste Belohnung zugleich, der allgemeine Friede ist."
, Deutschland.
Vom künftigen Jahre an muß im Großhrrzogthume Weimar von jeder im Käfig gehaltenen Nachtigall, dir sogenannten Sprosser mir eingeschloffen, eine Abgabe von 6 Thlrn. zur Armen -Casse deö Orts, mit jährlicher Vorausbezahlung, entrichtet werden. Wer bereits eine Nachtigall im Käfig hält, ist bey 12 Thlr. Straft verpflichtet, spätestens bis zum 1. May 1827 bey der Polizey - Behörde des Orts Anzeige davon zu machen. Gleiche. Strafe trifft denjenigen, welcher eine nach dem1. März 1327 bekommene Nachtigall vier und zwanzig Stunden im Käsig hat, ohne der Orts-Polizeybehörde Anzeige davon zu machen. Der Anzeiger erhält rin Drittheil der Strafgelder.
Der Bau der nach dem Rheine führenden Kunststraße, welche den Preußische« Regierungs-Bezirk von Erfurt in der Strecke von Nordhausen über Heiligenftadr bis zur Hessin schrn Gränzr berührt, ist mit dem 1. Octsbrr d. I. völlig beendigt worden»
V e r m i s ch t e Na ch r i ch t e n.
Ueber die Natur derSLM 5 NAr.ckM wahrend warmer Witterung theilen wir folgende Bemerkungen deS Hrn. Dr. Jos. W. FMrr zu Korneuburg mit f
. Der Umstand, daß ich sowohl im vorigen Sommer1L2A> als auch im sehr warmen und trockenen JuliuS und August diese- JahreS 1826, nur in tiefer« wärmeren Gegenden, gewöhnlich bey der größtes Wärmeentwicklung Nachmittags, Sonnenflecken bemerkte, die von hohen Orten auf Bergen auS kleiner, oder verschiede», gesehen wurden, vrranlaßre die nähere Untersuchung dieses wichÜgen Gegenstandes, woraus sich darstellt», daß die gewöhnlichen, während warmer und trockener Tage, sich zeigenden Sonnenflecken, nicht in, oder auf der Sonne, faavrr« m «nftrrr Erd-Atmosphür«, zwischen dem Auge deS Beobachters und dem festen,Körprr der Sonne, bestehen, auch von der Wärme und den örtlichen Verhältnissen abhängig, daher veränderlich, sind. Nahmlich, wenn die, aus der Bindung des Sonnenlichtes auf der Erdoberfläche rntwi- ckelte Wärme bey ruhiger und/heiterer Witterung im höherem Grade bestehet, steiget die dadurch erwärmte Luft als leichter in die Höhe, vorzüglich aber in der Richtung nach den einfallenden Sonnenstrahlen, von deren entwickeltem Lichtstoffe jene mitgenommene Wärme in der höhern Almospäre wieder gebunden wird, das ist aufhört, Wärme zu ftyn. Bey dieser chemischen Verbin-dUHg des Lichtes mit der Wärme wird aber auch ein Theil besuchtes gebunden, und zwar imgrößern Verhältnisse, wenn mehr Wärme bestand. Diese Lichrbindun-- gen zwischen uns und der Sonne stelle» sich, als dunkle Flecken dar, die tauschend auf dem Sonnrnkörper zu bestehen scheinen. Die warme Witttrung ist also keine Folge von jenen Sonnenflecken, sondern diese sind Folgen der größerer Wärme, und daß sie in der höhern Atmosphäre bestehen, zeigen theils die Veränderungen jener Verdunkelung, therls die größere Zahl der zugleich oft bestehenden Licht- und Feuer- Metkore in dn' höhern Erd-Akmosphäre. Kerner können in einer Erdgrgend Sorenenfleckeu gesehen werden, in «irrer andern aber nicht, da doch ein Gegenstand auf dem Sonnrnkörper arr allen Orte» auf der Erde, wo derselbe gesehen wird, auch mitbemerkr werden müßte. Es ist daher zwilchen jenen So«- nenfircken, die auf der Sonne, oderftrr deren Atmosphäre, zuweilen dauernd bestehen, und zugleich mit der Sonne um dieselbe sich bewegen, und zwischen denjenigen, welche auf jene Art in der Erd -Atmofpare veränderlich bewirkt werden, ein wichtiger Unterschied, und die erstereu vermindern dir Licht- und Wärmeentwicklung, die letzteren aber, als Lichtbindungs-! Meteore, setzen eirregrößereWärmeentwicklung voraus. Hieraus lassen sich die, auch in dieser Zeitung Nr. 247 vom 27, October enthaltenen, Bemerkungen des Hr. Dr. Gruit- huisen zu München, berichtigen, welcher die große Sommer- warme an einzelnen Tagen, als eine Folge der Sonnenflecken, und dieselben, als in der Sonne bestehend, ansieht. F.
Haupt-Redacteur I. C. Bernard. Verlegt von den Edlen v. Ghelen'fchen Erben.
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