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war mit seiner Gattin» von Genf/ wo beyde sich einige Mo- nathe aufgehalten/ nach London zurückzekommen.

Die Englischen Kaufleute, welche in Mexico wohnen, über­schickten ihrem General-Eonsul in dieser Republik einen Brief, worin sie die Verlegenheiten vorstrllen, in. welche sie, durch Abwesenheit Brittifchrr Kriegsschiffe, in Betreff ihres Geldes versetzt werden, das gegenwärtig ihr Hauptmittel ist, um Ri­messe» zu machen, was sie der Seltenheit der traffirten Wech­sel und dem wachsenden Ertrage der Bergwerke zuschreiben. Das in der Münze von Mexico geprägte Geld, ob es gleich weit weniger beträgt, als ehemals, und als man hofft, daßH eS bald wieder betragen werde, beläuft sich dennoch, dem^ Vernehmen nach, monathlich auf eine Million Dollars. Vor der Revolution hat man drey Mahl mehr Geld gemünzt; allein während des Krieges stand die Münze fast gänzlich stille; erhob sich jedoch allmählich wieder zu ihrer gegenwär­tigen Thätigkrit.

Die 5 Proc. Consol. standen am 25. October an der Lon­doner Börse zu 81. 5/8. ,

Frankreich.

Man schreibt aus Nancy:Am 20 . October 4 Uhr Abends stad, in Gegenwart der hierzu ernannten Commissarien, des Maire von Nancy rc. nebst einer großen Anzahl Einwohner, die sterblichen Ueberreste der Punze» von Lothringen glücklich auf dem Kirchhofe voa Boudsnville wieder aufgefunden wor­den. Mehrere Einwohner, die 1793 Zeugen der Beerdigung dieser Leichname gewesen, haben die bestimmtesten Nachwri- sungen über den Ort, wo sie verscharrt wurden, gegeben. Am nächsten 8 . November sollen diese kostbaren Ueberreste unse­rer Fürsten zur frommen Verehrung ausgestellt und am an­dern Tage feyerlichst in dem Herzog!. Grabgewölbe beygefetzt werden. Unser LandSmann, der k. k. General Baron von Vin­cent, ehemahliger Bothschafter bry dem Französischen Hofe, ist von Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich, und der Marquis von Foresta, von dem Könige von Frankreich zu Stellvertretern dieser beyden erlauchten Souvrrame ernannt.

Hr. Canning ist am 23. October Abends von Paris nach London abgereist.General Boyer war, aus Aegypten kom­mend, zu Toulon anS Land gestiegen.

Aus Toulon schreibt man unterm 18. October:Die von Hrn. v. Chateauville, Fregatten-Capitän, befehligte Cor- vette, das Echo, ist von Alexandrien (Aegypten) in diesem Hafen aogekommen. La Pomone, an deren Bord sich der Graf. Guill eminot, ^ra nzosisck-^ Gesandter^ br Lüdet, segelte in den ersten Tagen drs'Septembers an Smyrna vor­über. Der Graf hatte eine Zusammenkunft mit dem Admiral von Rigny, der ihn bis Tenedos begleitete."

Es hat sich zu Genf und Lyon eine Gesellschaft gebildet, welche die Felsen sprengen lassen will, unter welchen die Rhone, an der Stelle Porto du Rhone genönat (8 Stun­den von Genf, 22 Stunden von Lyon), sich verliert. Diese Operation hat zum Zweck, das Flößen des Holzes auf der Rhone zu erleichtern. Die obere Wölbung der Felsen ist be­reits gesprengt worden.

Di« wegen der fruchtlos begehrten Aufführung des Tar- tüffe zu Brest Statt gefundenen tumultuarischen Auftritte scheinen noch nicht ganz aufgehört zu haben, da der Präfect deS Fimsterre-Departement, Graf Castellane, für nöthig hielt, am 17. October eineProclamatron deßhalb zu erlassen. Eine beträchtliche Anzahl junger Leute befand sich in den Ge­fängnissen.

Die 3 Proe. Consol. standen am 26 . October an der Pariser Bors, zu 99 Fr. 99 Cent.; die 3 Proe. zu 68 Fr. 55 Cent.

Niederlande.

In der Sitzung der zwryteu Kammer der Generalstaaten am 20 . October, legt« der Finanz-Minister daS Budget für 1827 vor. Die Resultate find im Ganzen befriedigend. Die zum Ankauf der öffentlichen Schuld bestimmt« Summe kann rm bevorstehenden Jahre auf 2 Mill. 400-000 Guld., also , ^.0«0 Guld. höher als für 1826 , bestimmt werden. Das

von hundert Einwohnern zwey, im Alter von 25 bis 35 Jah­ren, und zwar die eine Hälfte für den activen Dienst, dir zwryte für die Reserve, genommen welchen. Die Bürgergarde soll sich vom April bis Oktober wen/gstenS ein Mahl in der Woche üben. Sie leistet nur unter außerordentlichen Umstän­den, z. B. bey einer Störung der öffentlichen Ruhe, Dienst.

Rußland.

Nach dem am 22 . Junius d. I. Allerhöchst bestätigten Censur-Reglement, erfolgte am l4> October die Eröffnung de- Ober-Censur-Comitto's.

Van dem schätzbaren Krusenstern'schen Atlas des stillen Oceans ist der zwryte Thril, die nördliche Halste desselben enthaltend, erschienen. Se. Majestät der Kaiser hat die Zueig­nung deS Werks angenommen, und den Verfasser außer der schon gemeldeten Verleihung deS St. Wladimir-Ordens zwey- 1 er Classe, mit Beybehaltung der bisherigen wissenschaftlichen Functionen in der kaiferl. Admiralität, zum zweyten Director des See-Cadetten-Corps angestellt, damit die unmittelbare Bildung der künftigen Officiere der kaiferl. Marine von ihm geleitet, und durch sein Beyspiel in den Gemüthern der jun­gen Seeleute der Trieb zur Nacheiferung und zur Erwerbung wissenschaftlicher Verdienste geweckt w'elde. Dieser zweyte Theil des Atlasses enthält 18 Karre» und ist daS Ergebnis dessen- waS in den letzten 25 Jahren, und meisten Theils durch Russische Seefahrer, aufgefunde» oder berichtigt wurde.

fordert diep Mahl 2 Mrll. 100-000 Guld. mehr, weil das De- katholischen Culttis damit vereinigt worden ist; für Wasserbauten sind 1 Mi». 500,000 Guld. dieß Mahl mehr angrfetzt. DaS Budget des Finanz-Ministerium- ist um 230-000 Guld. hoher als sein Budget für 1826. Dagegen ergeben die übrigen Zweige des Budgets eine Verminderung von 1 Mill. 404,059 Guld.; von der Grundsteuer werden 2, von der Personal- und Patentsteuer 7, von den indirecten Auflagen 6 Zusatz-Centimen nachgelassen.

Die Regierung hat der zweyten Kammer der General- staaten einen,* in 84 Artikeln abgefaßtrn, Entwurf über die GemeiNdewachm vorlegen lassen. Nach demselben foHm je

Nachstehendes ist der Beschluß des in unfern, gestrigen Blatte abgebrochenen officirllen Artikels:

Lanrrs den 20 . Julius (1. August) 1326.

Bey meiner Ankunft in Tauris habe ich erfahren , daß der Courier, den ich am 2. (14.) Julius von Sultanieh ad- gefertigt hatte, in Ahar zurückgehalten wird. Ich fand Hrn. Jvanoff und de» Dolmetsch Schah - Nazaroff, der bey unse­rer Mission angestellt ist, verhaftet, und in ihre» respecNven Wohnungen aufs strengste bewacht. Zwey Courier«, die von Tisiis an mich abgeferrigrt worden waren, sind gleichfalls zu- rückgrhaltru, und ihre Papiere weggenommen worden."

Alle diese Schändlichkeikea sind auf Befehl des Abbas- Mirza verübt worden."

Ich habe meine Papiere gefordert, die man mir zurück- gegeben hat. Hr. Jvanoff und Schah-Nazaroff sind freyge­laffen worden; aber das Gesandtschafts-Hotel ist vn» Wachen umringt, und Niemand darf,hinaus, ohne von einigen Sol­daten, mit de« Gewehr im Arm, begleitet zu werden."

Lifiis de» 12 . (24.) September 1826.

Ich bin den 4. ( 1 . 6 .) August zu Erivan angetangt, wo mich der Serdar (Commandant) unter allerley Vorwänden bis zum 9 . (21.) gedachten MonathS zurückhalten, und mir dann erklären ließ, daß er mir nicht erlauben könne, zu den Russischen Truppen zu stoßen; daß er mich aber bis an die Tür­kische Gränze eScortiren lassen wolle, und mir, wenn ich die­sen Vorschlag nicht annähme, keinen andern Weg als durch unsere Tartarische Provinz Kazah anzeigen könne, deren Treue dazumahl zum Wenigsten verdächtig war. Zu gleicher Zeit er­hielt ich Kunde, daß man mich bloß deßhalb so lange hin­hielt, damit der Serdar mittlerweile seine Anstalten treffen könne, mein Gepäck plündern, "und mich, nebst den Perso­nen meines Gefolges, aufbeben zu lassen, so bald wir die Persischen Gränzen eine Tagreise weit überschritten haben wür­den ; und man bezeichnete mir zu gleicher Zeit die Individuen, welche den Auftrag hatten, diefe Gräuelthaten zu vollziehen."

Während den Verhandlungen über meine Abreise erhielt Mrza - Jsmael, meiji Mihmandar (BegleitungS-Commiffär) von Alajar-Chan den Befehl, mich bis auf weitere Ordre zu Erivan, unter dem scheinbaren Vorwände zurückzuhasten, daß es nöchig sey, die Antwort, die man auf meine Note vom 9 . (21.) Julius geben wolle, abzuwarten."

Ich protestirte gegen eine solche offenbare Verletzung des Völkerrechts in zwey Schreiben an AbbaS-Mirza, und an den er, und fetzte die Englische Gesandtschaft in der Lage, in der ich mich befand."

Seit dieser Zeit ward jeder Tag meiner Haft durch ir­gend eine neue Niederträchtigkeit bezeichnet. Alajar-Chan ließ mir sagen, daß man mich, da die Frau des ChanS von Ta- lyfchin wegen der Revolte ihres Gemahls als Geißel zurück behalten worden, so lange diö sie nicht in Freyheit gesetzt sey, in Erivan behalten, mir aber die Wahl lassen wolle, mich durch Ueberlassung meines Silbergeschirr- und der in meinen Händen befindlichen, noch nicht vertheilten Geschenke an den Premier-Minister, loszukaufen. Man suchte, wiewohl ver­gebens, meinen Dolmetsch zu bestechen. Der Serdar such/, Mirza Jömael, meinen Mihmandar, zu bereden, bald vo mir die Bezahlung eines Transports Baumwolle, die erft