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hier mit einer starken Anschwellung; ste scheint bloß einen ein­fachen Ausführungsgang zu haben, der durch das obere Augen­lied am Hinteren Winkel tritt.

Die einigen Arten der Säugethiere eigentümliche, dem Menschen fehlende Drüse führt den Namen der Harderischen Drüse. Sie liegt im Nasenwinkel und scheidet eine dicke, weiß­liche Flüssigkeit ab, welche durch eine unter dem Rudiment des dritten Augenliedes befindliche Öffnung ausfließt. Bei den Wiederkäuern ist sie länglich und ziemlich fest, beim Hasen be­steht sie aus zwei Theilen; auch findet sich diese Drüse in den Fleischfressern, Elephanten, Schweinen rc.

Die Karunkel findet sich in den Wiederkäuern wie im Menschen und besteht aus einer Menge von Bälgen, doch fehlt sie den Hasen und mehreren andern Nagethieren.

Auch die Wege, auf welchen die Thronen abfließen sind mehreren Abweichungen unterworfen. In den Wiederkäuern verhalten sich die Thränenpuncte und Canäle wie im Menschen. Einige Geschlechter dieser Ordnung sind noch wegen der Thrä- nenhöhlen und Thränengruben merkwürdig. Dreß sind kleine Vertiefungen in den Wangen, von denen über und unter je­dem Auge, nahe am inneren Winkel eine liegt, und mit die­sem Winkel durch eine kleine Furche communicirt; sie finden sich im Hirsch- und Antilopen-Geschlechte. Die in ihnen enthal­tenen Drüsen sind das Analogon der Talg-Drüsen an der Nase, besonders an der Nasenspitze des Menschen und stehen wohl nicht mit der Thronen-Function, sondern vielmehr mit den Geschlechtstheilen in Verbindung, wie ihre, durch Beobach­tung erwiesene, gleichzeitig erhöhte Thätigkeit zu beweisen scheint.

Das Schwein hat zwei Thränenpuncte, so auch das Faul­thier , der Ameisenfresser rc.

Die Cetaceen haben wie die meisten im Wasser lebenden ^hiere weder Thranendrüse, noch Thränenpuncte; man sieht bloß unter den Augenliedern Öffnungen, aus welchen eine schleunige Flüssigkeit kommt.