Die Absonderung. 157

zu heftige Bewegung des Herzens alle Absonderungen stöhrt *).

§. 223. Die Umstände kann die Natur verschiedent­lich vereinigen, oder in ihrem Einfluß trennen, auf jedes abscheidende Organ gradweis verstärken oder schwächen, und also auf mannigfaltige Weise den abgeschiedenen Saft temperiren (mischen). Beweise liefert uns die Zergliede­rung , wenn man das absondcrnde Organ der Galle und des Saamens, welches zähe Safte sind> mit dem abssndernden Organ des Urins und der Thranen, als flüssiger Safte, ver­gleicht 72 ).

224. Aus allem diesem fangen wir nun an einzu­sehen, daßj, da eö allerdings im Blute Theilchen giebt, von

denen

•) Man vergleiche hiemit den 1*7$. Sg.

Die Schwierigkeiten, die sich in der Erklärung der thierischen Absonderung finden, wird viel­leicht niemand vollkommen heben; wir müssen zufrieden seyn, wenn bei einer so großen Hypothesen­menge Beobachtungen einiges Licht verbreiten. Es giebt ohne Zweifel einige Erscheinungen, die darthun, daß eine Neigung unter verschiedenen Körpern da ist, sich wechselseitig zu vereinigen, und daß es ein Vermögen giebt, andere Partikeln, deren Name sehr ver­änderlich ist, in seine eigene zu verwandeln. Die Würkungdieser beiden Kräfte zeigt sich im. ersten Fall als Anziehung, im zweiten als eineAehnlichmachung. Wie viel in ihren Eigenschaften gänzlich verschiedene Eingeweide und ande­re Theile werden nicht im thieri­

schen Körper aus der einfachsten Nahrung geschaffen, und wieder erzeugt, wenn sieverlohren gegan­gen? Was für mannigfaltige Pflan­zen wachsen und blühen nicht auf einem und eben demselben Ge­burtsort aus einer nur sehr wenig verschiedenen Nahrung ? Kann jemand, der die erstaunenden Wür- kungen der Fäulnis', der anstecken­den Materien der Geschwüre be­trachtet, zweifeln, daß alle diese Veränderungen einem ähnlichma­chenden Vermögen zuzuschreiben sey? Mit großer Wahrscheinlichkeit können wir also behaupten, baß im thierischen Körper eine gewisse ähn­lichmachende Kraft würke, dje iw den Organen und absondernden Oettern, aus der gemeinschaftli­chen Blutmasse Partikelchen in ih­re eigene Natur verändert, die vor­her unter ganz anderer Beschaffene heit sich im Blute befanden.