Die Absonderung 145

199. Die Körnchen selbst haben ein festeres Ae!l- gewebe um sich liegen, das sie einschrankt, und sind in

kleinere

verschiedene Körper vor; man trifft aber allenthalben -ie größte Ver­wirrung an, eine nicht zu billi­gende Vermischung gänzlich von einander zu trennender Organe, und eine solche Unbestimmtheit in denBeschreibungen, daß,wenn man nicht das Wahre vom Falschen, das Wahrscheinliche vom Unwahr­scheinlichen absondert, man kaum weis, was den wahren Namen von Drüsen verdient.

Man braucht wenig Erfahrung in der Amuomie zu haben, um, wenn man alles dieses aufmerk­sam überlegen will, bald einzu­sehen , daß man dos Wort Drüse im weitesten Verstände nimmt; wie wenig kommen die Brüste, wahre Drüsen, die aus abgeschie­denen Körnchen und wahren Aus­scheidungsgängen bestehen, und ei­nen wahren Saft auf die Ober­fläche des Körpers führen, mit der Schilddrüse, der es an Körn­chen, Ausscheidungsgängen und einem Safte fehlet, überein, und dem ohngeachtet giebt man be­kanntlich dem einen Körper so gut als dem andern den Namen Drüse.

Die meisten Schriftsteller-neue­rer Zeit kommen zwar darin über­ein, daß, wie sie sagen, eine na­türliche Verschiedenheit zwischen den Drüsen statt finde, so, daß die eine Klaffe die geballten (ein­saugenden), die andere m k-rnigr

fen ausmacht. Zu jener rechnm sie die Körperchen der Drüsen, m denen keine Körnchen unterschie­den sind , zu dieser solche, an de­nen mau wahre Körnchen wahr- nimmt. ,

Diejenige Eintheilung aber scheint mir der Natur gemäßer» welche die Drüsen nach ihrem Ab- sonderungsgeschäffte ordnet. Ma» kann gleichfalls zwei Klaffen fest- setzen, deren eine die ganze Reihe von Drüsen in sich faßt, die eine» wahren und bekannten Saft üb­sondern ; die andere läßt man die­jenigen Arten und Gattungen wm Drüsen enthalten, deren Hafk oder Absonderungssinrichttmg ent­weder noch nicht genug bekannt ist, oder blos in der Einbildung besteht. '

In die erste Klasse bringt marr also mit Recht alle wahre Spei­chel - oder andere körnigte Drü­sen, z. B. die Speicheldrüse am Ohr, unter der Kinnlade und Zunge, die Lhränendrüft, die Drüsen der Wangen, der Brüste, die Speicheldrüse im Gekröse, die Brunnerschen und peveuschen Drüsen in den Därmen, die Ge- lenkdrüsen des Invers und die unzähligen Hautdrüsen. Alle diese haben nemlich das gemein, daß sie aus kleineren Theilchen, in einer immer abnehmenden Reihe gebil­det werden: diese Ausscheidungs­sänge stehen Wit einet kleinen