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ber Arterie». 131

Sicher kömmt die'Wärme des Bluts von keinem Anfänge einer Fäulniß, da nicht einmal gänzlich ruhende Säfte eine solche Wärme erzeugen: auch läßt sich nicht eine so offenbare Erscheinung, als die Warme des Bluts, durch eine so dunkle Sache als die Lebenskraft ist,erklären. Und wenn auch zuwei­len eine größere Wärme bei wenigern Pulsen, undeiue ge­ringere bei mehrern bemerkt wird, so kann die Ursache dieses Unterschieds in der mannigfaltigen Beschaffenheit desBluts, in der verschiedenen Dichtigkeit der Gefäße, oder einer zu häufigen oder zu geringen unmerklichen Ausdünstung liegen.

§> igr. Eben diese Ursache hält auch die Fäulniß vom Blute ab, indem sie die Bewegung derTheile unter­einander nichtzu stark werden läßt: indem sie Theilchen, die der Fäulniß widerstehen, zumischt, andre Theilchen aber, die zu verderben anfangen, verjagt *).

§. i?Z. Die verschiedene Beschaffenheit selbst aber, der Theilchen, die zusammenvereinigt das Blut ausma­chen, verursacht, daß ein und derselbe Trieb des Bluts auf die verschiedenen Bluttheilchen verschiedene Würkung

I 2 äußert.

ben, so hält doch astes, was ich in dieser.Abiicht gelesen oder selbst er- fahren habe, mich wider Willen zu­rück, dieser Theorie meinen Beifall zu geben. Im Gegentheil über­zeugt mich alles, daß die verschie­denen Eigenschaften und Menge der Nerven und des Gehirns, die Beschaffenheit der Luft, und ihr ' freyerer Zutritt iu unfern Körper durch das Athemholen, die ver­schiedentlich vermehrte und ver­stärkte Muskelbewegung, nebst der fortschreitenden Bewegung des

Bluts, nicht nur die thierische Wärme erzeuge, sondern wenn sie nun einmal erzeugt ist, durch alle Theile auf eine verschiedene Weise vertheilet, nachdem sie nemlich mit mehrern oder wenigern Gefä­ßen versehen sind.

*) Ausführlicher hat dieses, daß nemlich das Blut im lebenden Menschen wegen der beständigen Wegschassung verdorbener Theil- f chen nicht faule, Hoffinann un- tersucht und dargechan. Sg.