durch die Arterien und Venen, 47

scheinbare Ausnahme verursacht die Vereinigung einer Schlagader mit einer andern, oder auch das Blut, das in den dem Bande nächsten Zweig schlüpft, oder das Blut, das in einem sterbenden Thiere zurücktritt.

62. Neber die Bewegung des Bluts m den Ve- - nen war man zweifelhaft: die Alten glaubten insgesamt, das Blut stieße auch in den Venen vom Herzen- oder doch wenigstens von der Leber aus- zu allen Theilen des Kor- ^ pers. Wenige erkannten den Jrrthum; in Absicht der Lungenvene zwar wol mehrere, aber in Absich t der Hohl- vene sehr wenige, und Andreas Casatvinus, vielleicht ganz allein; Vesalius hielt'ö für einen feltnern Fall.

§. 6z. Harvey war der erste, welcher den Gang huK* des venösen Bluts, das von allen Theilen zum Herzen zu- rückegeht, durch Versuche so darthat, daß kein Zweifel mehr vorhanden ist. Zuerst führen die Klappen zur Wahr­heit. Denn diese Klappen haben ein gemeinschaftliches Geschäft, einen jeden Druck, den die Venen leiden, gegen das Herz zu richten, und dadurch dem venösen Blute, wenn es einmal in einen Stamm gelangt ist, den Zurücktritt in die Zweige gänzlich zu verwehren. Denn da die Holen dieser Segel gegen das Herz zu offen stehen, so tritt das vom Herzen abwärts lzurücktreten wollende Blut in sie hinein, und dehnet sie aus. Auf solche Weise nähert sich der Theil der Klappen, welcher ftey in die Mündung der Blutad/r hervorhängt, der Axe, bis er die Klappe von gegen über erreicht, und den Kanal verschließt. Man sieht dieses, wenn man die Venen aufbläst, unterbindet, oder ausfüllet: denn nicht leicht wird man gegen die Richtung der Klappen eine Feuchtigkeit in die Venen bringen. Zwar nicht an allen

Stellen