Schneiden, Betupfen mit Scharfen, oder Brennen der reinen Sehne, im gesunden Zustande, schlechterdings keine Empfindung oder Zusammenziehung bewirkt, sondern sie folgen den Muskelfasern bey der Bewegung wie lebloße Seile.
Zusammenhang der Sehnen mit den Muskeln.
§. 83 -
An verschiedenen Stellen, besonders bey sehr sieischigen und starken gesunden, plötzlich gestorbenen Personen, sehen die Muskelfasern von außen her wie aufgeleimt aus, und verlieren sich nicht allmählig in die Sehnen, sondern gehen hügclich, wie ein breiter Leimtropfen in die Sehne über, so daß man die Gränzen zwischen Muskel- und Sehnensubstanz auf den ersten Blick ganz deutlich wahr nimmt. Dieses hüge- liche Ansehen nimmt man in Personen, die lange krank lagen, wenigstens nie deutlich wahr.
§. 84 .
An andern Stellen sieht die Muskelsubstanz gleichsam wie zwischen einen Pinsel von sehnigen Fasern gegossen aus; oder die sehnigen Fasern verlieren sich so unmerklich wegen ihrer Verfeinerung zwischen den Muskelfasern, daß man gar nicht gewahr wird, wo sie anfangen, oder wo sie sich endigen; sie setzen daher die Form des Muskels ununterbrochen fort: In beyden