eine Anschwellung, die ein gleichzeitiges Phänomen ihrer Wirkung scheint.

Die Nerven sind Empfindungswerkzeuge und die­nen zur Erregung der willkührlichen Bewegungen. Allein wir finden sie überall im Körper, auch in Thei­len, in welchen sie zu diesen Zwecken nicht dienen können. Sollten sie wohl in Verbindung mit den Gefäßen, bey den thierisch, chemischen Processen, durch welche die Actionen der Organe wirklich werden, mit wirken?

Es ist nicht wahrscheinlich, daß da auch allent­halben Nerve und Nervensubstanz unmittelbar gegen­wärtig sey, tt» wir Empfindung, Bewegung und Nervenwirkung wahrnehmen. Denn diese Wirkun­gen des Nervens nehmen wir fast überall in jedem Punkt des Körpers wahr, und doch besteht er md)t überall aus Nervenmark, nach den Erfahrungen unserer Sinne. Auch ist bis jetzt noch kein unmittel­barer Uebergang der Nerven in die Muskelsubstanz bewiesen. Es ist daher wahrscheinlich, daß die Wir­kungen der Nerven sich weiter erstrecken, als sich ihre Substanz erstreckt, das heißt, daß sie um sich einen reizbaren Wirkungskreis verbreiten 9 .

9) Dieses sind seine eigenen Worte im zweyten Bande des Archives für Physiologie. S. 504 Mir scheint zur Er« klärung des letzten Satzes, die cvnische Struktur der Nerven, wie ich sie oben im n; §. schilderte, hinzureichen. Um sich davon zu überzeugen, präparire man nur einen Nerven in dem abgeschnittenen Stücke einer Lippe, vom Stamme gegen die Haut hin, das ist, von innen nach außen, nicht wie man gemeiniglich thut, von außen nach innen.