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Vorzüglich merkwürdig ist die Sympathie in Krankheiten. Steine in der Niere machen Jucken an der Eichel.

Doch ist diese Sympathie der Nerven nicht umgekehrt. Nierenschmerz macht Erbrechen, aber Erbrechen nicht Nierenschmerz.

Bey den meisten Sympathien laßt sich jedoch die Verbindung der Nerven nicht anatomisch darlegen, sondern nur durch eine Verbindung der Nerven im Hirn, und durch eine Zurückwirkung des Hirnes er­klären (§. 314.), z. B. wenn eine ekelhafte Erzählung Erbrechen macht, oder ein wohllüstiges Gemählde die Zeugungstheile verändert, oder die Verletzung des Stimmenervens oder des Halsstücks des sympathischen Nervens Fehler am Auge verursacht, oder vom hellen Lichte die Blendung im Auge sich verkleinert; denn zwischen dem Hörnerven und Zwerchmuskelnerven, zwischen den Sehnerven und den Nerven der Zeu­gungstheile , zwischen dem Stimmenerven, dem sympathischen Nerven und dem Augennerven 2 , zwi­schen dem Sehenerven und dem Blendungsnerven ist außer dem Hirne schlechterdings kern Zusammenhang.

2) So ist auch die große Sympathie zwischen Hirn und Leber, die sich bey der Raserey durch mangelhafte Abson­derung der Galle verräth, nur secundarisch. W. Saua- d « r s on tli« Live? London 179z. p. 14.