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ß. 228.
Die Stärke der Venen, das ist, das Vermögen, einer sie zerreißen wollenden Gewalt zu widerstehen, nimmt mit dem Alter ab, bey den Arterien hingegen zu.
§. 229.
fM. Die Venen verrathen sehr deutlich ihre Schnellkraft; denn, wenn sie auch nur mäßig angefüllt sind, treiben sie doch durch selbige das Blut aus, wie man beym Greifen selbst im lebendigen Körper bemerken kann.
§. 230.
Die Stämme der Venen (außer wo sie am Ende mit deutlichen Muskelfasern umgeben sind) scheinen weniger reitzbar, als ihre feinsten Würzel- chen. — Werden aber auf die Stämme starke Säuren gebracht, so ziehen sie sich noch enger, als die Arterien, zusammen. Essig auf die Lippen gebracht, macht sie augenblicklich blaß.
§. 2ZI.
So weit die Hohlvenen und Lungenvenen an ihren Endigungen in die Venensacke des Herzens mit ganz deutlichen Muskelfasern umgeben sind, pul- , siren sie auch ganz offenbar, und treiben das Blut in ihre Säcke. Ja bisweilen sind sie diejenigen Theile, die am längsten nach völliger Ruhe der Kammern