Macht man daher durch Kunst, daß die Lungen­kammer sich früher vom Blut entleert, hingegen die Aortenkammer das Blut länger behält, so stirbt auch die Lungenkammer früher, oder hört früher zu wir- ken auf.

Unterbindet man nämlich in einem lebendigen Thiere die Lungenartcrie, oder die Aorte, wo sie aus dem Herzen kommen, so daß das Blut entweder in dieser oder in jener Kammer zurückbleibt, so reitztdas Blut auch diese oder jene Kammern zur Zusammen­ziehung, da hingegen die andere Kammer, welche sich vom Blut entleeren kann, sich zur Ruhe begiebt oder abstirbt.

Erschlaffung oder Erweiterung des Herzens.

(Diastole.)

§. 39 *

Der der Zusammenziehung entgegengesetzte Zu­stand des Herzens zeigt auch entgegengesetzte Erschei­nungen.

Das Herz wird in allen seinen Theilen entrunzelt, glatt, ebener, weicher und länger, und gestattet die Anfüllung seiner Höhlen.

Während dieser Erweiterung tritt das Blut aus den sich zusammenziehenden Ohren in die Kammern.

Im natürlichen Falle scheint die Erschlaffung des