Schlagen der Hirnarterien.

§. Zvi.

3!n den Stellen der Hirnschale eines neugebohrnen Kindes, wo die Knochen noch durch Knorpelstücke, oder durch die sogenannten Fontanellen, Zusammen­hängen, läßt sich das Schlagen der Arterien des Hir­nes deutlich fühlen.

Oder, wenn in einem Erwachsenen ein Stück der Hirnschale, durch Verletzung, oder Anbohrung fehlt, laßt sich der Puls der Arterien sogar deutlich sehen.

Da aber vier Arterien statt einer oder zweyerzum Hirne gelangen, welche sehr gekrümmt sind, durch knöcherne Canäle dringen, wo kein Puls mehr Statt finden kann, und überdies in entgegengesetzter Rich­tung gegen einander laufen, so wird zwar die Menge des Bluts dadurch geringer, sein Antrieb und Pulsa­tion schwächer, die Bewegung desselben aber dafür gleichmäßiger.

Es ist ein großer Irrthum, wenn man lehrt, daß das Hirn ein sehr blutreicher Theil sey. Denn rechnet man auch, wie im Z8 §> bemerkt worden, die vier Hirnarterien in Einen Stamm zusammen, so ist dieser